Joachim Ringelnatz – Reisegeldgedicht

 

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Bild von congerdesign auf Pixabay

Es gibt der Worte nicht genug,
Um Heim und Heimat laut zu preisen.
Um zehn Uhr vierzig geht mein Zug.
Adieu! Adieu! Ich muß verreisen.

Mein Reisekoffer, frisch entstaubt,
Folgt seiner Sehnsucht in die Weite
Und hat mir freundschaftlich erlaubt,
Daß ich ihn unterwegs begleite.

Und Sehnsucht, Kohle und Benzin
Soll uns recht fern durch Fremdes treiben,
Damit wir denen, die wir fliehn,
Recht frohe Ansichtskarten schreiben.

Auf Wiedersehn! Ich reise fort.
Mein Reisekoffer sucht andres, andre.
Bis ich erkenne: Hier ist dort
Und neu vergnügt nach Hause wandre.

Joachim Ringelnatz, in: „Verstreut Gedrucktes“

Mein Reisekoffer ist gestern Abend auch wieder für längere Zeit zuhause angekommen (leider mit mir). So ganz vergnügt mich der Gedanke daran zwar nicht – einmal ins Rollen gekommen, möchte ich gern weiterfahren…

Aber die schönen Erinnerungen an Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen hellen die Stimmung sofort wieder auf – statt Ansichtskarten sind es heute Blogbeiträge, mit denen Reisen wieder wachgerufen werden. So beispielsweise ein entspannter Museumstag mit Susanne Haun und Micha Fanke in Nürnberg – die beeindruckenden Bilder vom Neuen Museum und vom Germanischen Nationalmuseum kann man auf Susannes Blog bestaunen.