Eimar O’Duffy: Esel im Klee, Kröner Verlag

Kröner Verlag

»Es gibt drei hassenswerte Dinge auf der Welt, zwei, die das Blut zum Erkalten bringen, und eines, das es zum Kochen bringt: das Zischen einer Schlange, das Fauchen eines Tasmanischen Teufels und das Lächeln eines Bankiers.«

Nach King Goshawk und die Vögel (2019) erscheint am 15. Oktober nun mit Esel im Klee die Fortsetzung von Eimar O’Duffys »atemberaubender Satire« (Annemarie Stoltenberg im NDR).

Es läutet zum letzten Gefecht: der Halbgott Cuanduine, im ersten Teil eigens gezeugt, um die Singvögel – und die Welt – aus den Klauen des Goshawk zu befreien, gegen ebenjenen Goshawk, den reichsten Mann der Welt, angetre­ten, um sich die Welt einzuverleiben. Doch eigentlich möchte Cuanduine nach den Abenteuern des ersten Teils zunächst einmal nichts als seine Ruhe haben – zumal er sich alsbald heftig verliebt. Aber noch sitzen die Vögel in ihren Käfigen. Und so erinnert ihn die irische Kriegsgöttin Badb an seine Pflichten. Dabei gibt sie Cuanduine eine Menge gute Ratschläge mit auf den Weg, doch leider sind diese wie so oft unergründlich. Liegt es daran, dass die Dinge sich ganz anders entwickeln als erwartet, oder ist die Menschheit vielleicht einfach zu dumm, um gerettet zu werden?

Vor den Erfahrungen von großen Menschheitskrisen, des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise, schrieb Eimar O’Duffy 1931 diesen fulminanten Roman, der urkomisch, verblüffend aktuell und ein selten exquisiter Lesegenuss ist.

Eimar Ultan O’Duffy (1893–1935) wurde in Dub­lin geboren und studierte dort und in Lancashire. Zunächst Mitstreiter, dann Kritiker der irischen Un­abhängigkeitsbewegung, torpedierte er die Pläne für den Osteraufstand von 1916, indem er dem Chef der Irish Volunteers, der gegen jede gewaltsame Intervention war, verriet, dass er für die darauffolgende Woche geplant sei, woraufhin alle Aktionen der Volunteers ab­gesagt wurden. 1925 ging O’Duffy nach England. Als Mann zwischen allen Stühlen starb er 1935 in einem Vorort von London.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Eimar O’Duffy
Esel im Klee
Roman. Aus dem Englischen von Gabriele Haefs
2020, ca. 340 Seiten, Halbleinenbandca. € (D) 24,– · ISBN: 978 3 520 60801 7
Erscheint am 15. Oktober 2020
www.kroener-verlag.de

Máirtín Ó Cadhain: Die Asche des Tages, Kröner Verlag

Jeder kennt diese Situation: Man schiebt etwas so lange vor sich her, bis es fast unmöglich erscheint, es noch in Angriff zu nehmen. Wenn es sich aber um die Beerdigung der eigenen Frau handelt, wird die Sache doch irgendwann brenzlig. So geht es N., der gerade seine Frau verloren hat und sich nun um die Beerdigung kümmern müsste, aber statt dessen irrt er verloren durch Dublin, während die Menschen um ihn herum ihren Verrichtungen nachgehen, als wäre nichts geschehen. Und indem die Zeit verstreicht, wird es immer unmöglicher, nach Hause zurückzukehren, wo zu allem Überfluss noch die bösen Schwestern seiner Frau lauern. Das letzte Meisterwerk des irischen Kultautors: komisch, skurril, sprachmächtig, tieftraurig und ohne jede Pathetik. Deutsch von Gabriele Haefs.

Ó Cadhains Hauptwerk Grabgeflüster, »ein fulminant eigensinniger« Roman und ein »Meisterstück der literarischen Moderne« (FAZ), ist neben der Bibel das einzige Buch, das wirklich in jedem irischen Haushalt zu finden ist.

Máirtín Ó Cadhain gilt als wichtigster irischer Autor des 20. Jahrhunderts und Erneuerer der irischsprachigen Literatur. 1906 westlich von Galway geboren, hat er bis zu seinem 6. Lebensjahr kein Wort Englisch gehört. Ó Cadhain war zunächst Lehrer, engagierte sich dann in der IRA, war 1940–44 interniert und kehrte schließlich der IRA den Rücken. In Dublin arbeitete er als Übersetzer und Professor für Literatur. Im Trinity College in Dublin ist ein Lesesaal nach ihm benannt.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Verlagsinformationen zum Buch: Die Asche des Tages

Besprechungen:

„Máirtín Ó Cadhain entfaltet eine kafkaeske Gedankenwelt in einer tragikomischen Umgebung.“ Dieter Wunderlich

„In einem kafkaesken Gedankenstrom fließt tiefe Traurigkeit, gepaart mit Skurilität und Humor dahin.“ – Karin Braun bei Born to read.

Eimar O’Duffy: King Goshawk und die Vögel, Kröner Verlag

»Hast du jenen Abend vor langer Zeit in meines Vaters Garten vergessen, als wir Hand in Hand dem Lied der Nachtigallen lauschten? Und als ich sagte: ›Welch trauriger Gedanke, dass überall auf der Welt so viele Vögel singen, die ich niemals hören werde.‹ Und als du antwortetest: ›Geliebte, wenn ich erst meine Herrschaft angetreten habe, werden dir alle Singvögel auf der ganzen Welt gehören.‹«

Ein Mann ein Wort – King Goshawk hat Guzzelinda alle Singvögel der Welt versprochen, und die soll sie auch bekommen. Warum er das kann? Weil der der reichste Mann der Welt ist. Wer fortan ein Vögelchen singen hören will, muss dafür bezahlen. Nur einem geht das gründlich gegen den Strich, und der, da von den Menschen keine Hilfe zu erwarten ist, ruft einen sagenhaften irischen Krieger herbei, der antritt, um die Singvögel – und die Welt – zu retten.

So beginnt Eimar O’Duffys sprachmächtige, wütende Satire auf eine Welt, die uns immer bedenklicher bekannt vorkommt, je weiter der Roman voranschreitet. Dass dieser Roman schon 1926 veröffentlicht wurde, ist kaum zu glauben. Dass er erst jetzt wiederentdeckt und auch erstmals ins Deutsche übersetzt wurde, dagegen schon, denn O’Duffy war seiner Zeit so deutlich voraus, dass es fast wirkt, als hätte er hellsehen können. Wiederentdeckt und kongenial übersetzt von Gabriele Haefs.

Douglas Adams lässt grüßen
Bezeichnet wird das Werk als Missing Link zwischen Jonathan Swift und Flann O’Brien (Auf
Schwimmen-zwei-Vögel) – warum hier der Name Douglas Adams nicht fällt? Tatsächlich erinnert King Goshawk immer wieder so stark an Per Anhalter durch die Galaxis, dass alle, die noch immer sehnsüchtig einer Fortsetzung nachtrauern, sich hier über einen Ahnherrn freuen dürfen. Köstliche Unterhaltung ist in jedem Fall garantiert.

Eimar Ultan O’Duffy (1893–1935) wurde in Dublin geboren und studierte dort und in Lancashire. Zunächst Mitstreiter, dann Kritiker der irischen Unabhängigkeitsbewegung,
torpedierte er die Pläne für den Osteraufstand von 1916, indem er dem Chef der Irish Volunteers, der gegen jede gewaltsame Intervention war, verriet, dass er für die darauffolgende Woche geplant sei, woraufhin alle Aktionen der Volunteers abgesagt wurden. 1925 ging O’Duffy nach England. Als Mann zwischen allen Stühlen starb er 1935 in einem Vorort von London.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Verlagsinformationen zum Buch: King Goshawk und die Vögel

Besprechungen:

„O`Duffy hat mit seiner Cuanduine-Trilogie eine sensationell hellsichtige, kühne, sprachgewaltige, wildkomische und bitterböse Gesellschaftssatire geschaffen, der unbedingt und ohne jeden Zweifel ein Platz im Parnaß der Weltliteratur gebührt.“ – Gitta List in Schnüss – Das Bonner Stadtmagazin (Mai 2020)

„Hier ist eine echte Entdeckung zu machen: Der 1926 veröffentlichte Roman des Iren Eimar O’Duffy erscheint jetzt zum ersten Mal in deutscher Übersetzung und entpuppt sich als atemberaubende Satire auf das Ende der kapitalistischen Welt, die endgültige Privatisierung.“ – Annemarie Stoltenberg im NDR

„In meinem Kopf ging es rund: Ist es doch ein Science Fiction, den ich lese? Nein, es ist als ob ich eine satirische Gegenwartsbeschreibung von Politik und Wirtschaft vor mir habe.“ – Evelyn Kuttig bei schwarzaufweiss

„1926 hat O’Duffy diesen Roman geschrieben, diese höchst aktuelle Satire auf den Kapitalismus. Ein wundervolles Buch, welches in einer Reihe mit Flan O’Briens „At swimm two Birds“ und Douglas Adams Werken genannt wird.“ – Karin Braun bei Born to read