AXEL DIELMANN VERLAG: Florian L. Arnold – Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke

Alles beginnt vermutlich an einem Donnerstag in einem Augsburger Friseursalon, der plötzlich in Flammen steht. Genaues weiß man nicht. Doch einen Mann ficht die sich dadurch ausgelöste Katastrophe nicht besonders an. Er schreibt, in sich selbst versunken, an einem Lexikon „Über das gesammelte Nichtwissen der Welt in Wort und Bild“. Eine Herkulesaufgabe, die er nicht zu Ende bringen wird. Doch immer wieder finden sich in Raum und Zeit Menschen, die dem Nichtwissen auf den Grund gehen wollen und das Lexikon fortsetzen.

Dies ist, grob umrissen, die Rahmenhandlung des Gesamtkunstwerkes unter dem Titel „Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke“ von Florian L. Arnold (Autor und Bildender Künstler), nun frisch im axel dielmann – verlag erschienen. „Roman“ als Genrebezeichnung trifft dieses unterhaltsame, schräge und auch spannende Buch nur unzureichend. Was die beste Bezeichnung dafür wäre? Das gehört wohl in das Lexikon „Über das gesammelte Nichtwissen der Welt in Wort und Bild“.

Covergestaltung ebenfalls von Florian L. Arnold

„Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke“ ist ein bis ins Detail gestaltete Buch, das auch aus dem engen Zusammengang mit der Typographie und seinen Illustrationen lebt. Das ist das eine. Das andere ist, dass es etwas höchst selten Gewordenes kann und dies auch ausgiebigst tut: fabulieren! Was auch sonst könnte dazu führen, eines der fantastischsten Projekte der Neu- und Altzeit, der Gegenwart und des Futur II zu bewältigen: den im seinerseits schon fabulierwütigen Untertitel bezeichneten „wahre[n] Bericht über die Entstehung und Vernichtung des einzigen Lexikons zur Beseitigung der modernen Ratlosigkeit, ungeschönt in Worte gesetzt“, abzuliefern. – Um nichts weniger geht es hier.

„Eines Tages hatte Dr. Sperz feststellen müssen, daß sich im Inneren seines Hauses eine neue Realität gebildet hatte: Sie reichte von der Küche bis ins Wohnzimmer, sonderte einen betörenden Duft von frischen Orangen, Zimt und trockenem Laub ab und breitete sich im Verlauf weniger Tage auf das ganze übrige Haus aus. – Dr. Sperz ging hinaus und verglich diese neue Realität mit seiner eigenen gewohnten Realität und fand, daß diese neue Realität viel besser zu ihm passe. Also verließ er das Haus nicht mehr, sondern setzte sich an seinen Schreibtisch und begann ein Buch zu schreiben, das er Die Kunst des Augenrollens nennen wollte.“

Der Verlag schreibt dazu: „Dies ist kein Buch für irgendwelche Leser. Hier muss man harte Krimi-Liebhaberin sein, zugleich den Historischen Roman als Leibspeise vergöttern, den Gesellschaftsroman des Jahrhunderts suchen, der intensivsten Liebesgeschichte als Lebensform so dringend bedürftig sein wie eines ordentlich gebundenen Groß- und Universal-Lexikons und vor allem der Reise-Literatur jederzeit den Vorzug vor jeglichem Fernsehgericht geben. Wer dann noch die geistigen Segnungen des zeitgenössischen Märchens schätzt und es als Vorzug von Literatur ansieht, dass sie zugleich unterhalten und bilden kann, indem sie allzeit eine weitere in Bann schlagende Figur um die Ecke der Buchseitenkante springen lässt, du liebe Zeit: der und die ist auf diesen schillernden Seiten bestens aufgehoben.“

Florian L. Arnold ist nach eigenen Angaben ein Nachtarbeiter mit österreichischen Wurzeln. Er lebt in auf der Grenze von Ulm zu Neu-Ulm. Als freier Zeichner, Buchillustrator, Sprecher und Schriftsteller ist sein Name nicht nur auf seinen eigenen Büchern zu finden, als Covergestalter und Illustrator wird er von vielen unabhängigen Verlagen regelmäßig angefragt. Mehr über seine vielfältige Arbeit findet sich auf http://www.florianarnold.de/

Informationen zum Buch:
Florian L. Arnold
Die Wirklichkeit endet an der nächsten Ecke
Axel Dielmann Verlag, Frankfurt a. Main, Juli 2022
Hardcover mit Lesebändchen, zahlreiche Illustrationen, Überformat, 24,00 €
ISBN: 978-3-86638-330-2

Das Buch erscheint auch als vom Autor signierte, handkolorierte Vorzugsausgabe, Details dazu direkt beim Verlag: http://www.dielmann-verlag.de/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den axel dielmann – verlag.

Joachim Ringelnatz: Trostworte an einen Luftkranken

Humorvolle Spinner

Spinnete Köpfe, gescheit und begabt,
Weil ihr einen Pieps, einen Vogel habt,
erlachen euch manche und meiden
Euch. Ich mag euch leiden.

Ein Piepvogel lebt so hoch und frei
Über den Filzlatschen der Spießer.

Der Spießer meint: Ein Bandwurm sei
Kein stiller Genießer.

Doch Spießermeinung ist nicht mal so wichtig
Wie das, was aus Piepvogel fällt.

Nur der, der im Kopf nicht ganz richtig
Ist, lebt sich und unterhält.

Aus „Flugzeuggedanken“, 1929, von Joachim Ringelnatz

Es ist, als habe sich Herr Ringelnatz in diesem Gedicht selbst portraitiert. Er war so ein wilder Vogel, ein Piepvogel, der hoch und frei lebte. Am Ende, schon todkrank, unter den Nationalsozialisten auch vogelfrei. Der Dichter, Maler, Bühnenkünstler, der vor allem von (und für) seinen Auftritten lebte, wurde von der Bühne verbannt, seine Bücher beschlagnahmt und verbrannt. Er starb, erst 51 Jahre alt, an den Folgen seiner Tuberkulose-Erkrankung am 17. November 1934.

In den guten Jahren – also auch 1929, als sein Gedichtband „Flugzeuggedanken“ beim Ernst Rowohlt Verlag erschien – war Ringelnatz ständig auf Reisen für seine Bühnenauftritte. Das brachte auch manches Flugabenteuer mit sich. Einige der schönsten Gedichte dazu sind in einer wundertoll illustrierten neuen Ausgabe erschienen: Florian L. Arnold, selbst Schriftsteller und bildender Künstler wie Ringelnatz auch, widmet dem luftigen Dichter das Buch „Trostworte an einen Luftkranken“. Er habe sich daran erfreut, „auf ringels musenroos reitend, eigenwilligste flug- und flatterapparate zu ersinnen“.

Mit „Trostworte an einen Luftkranken“ zeigen Arnold den großen Joachim Ringelnatz als Verehrer und augenzwinkernden Spötter des Flugwesens: „Man glaubt es kaum, aber Ringelnatz hat der Fliegerei und ihren komischen Ausuferungen einen großen Platz in seinem Werk eingeräumt.“ Ob es nun eine abenteuerliche Ballonfahrt, eine Fliege im Flugzeug, eine risikolustige Freundin am Seil in höchsten Lüften ist – Ringelnatz findet immer einen geistreichen Reim auf Ungereimtes. Und es erweist sich, daß seine Gedanken zu menschlichen Flugabenteuern auch beinah 100 Jahre nach ihrem Entstehen nichts an Witz und Gültigkeit verloren haben. „Im Gegenteil: Lest diese Texte, wenn ihr flugkrank oder Vielflieger seid, wenn ihr einen Fesselballon besitzt oder einen Zeppelin“, meint Florian L. Arnold augenzwinkernd.

Erschienen ist „Trostworte an einen Luftkranken“ in der neu gegründeten „Edition Hibana“, in der schmale Texte und eigenwillige Illustrationen ihren Raum finden werden. Ein Blick auf die Seite zeigt: Auch die Illustrationen zu den Ringelnatz`schen Luftkünsten sind grandios, einfach zum Abheben.

Als Augsburgerin freue ich mich natürlich besonders, dass auch die „Freiballonfahrt mit Autoverfolgung“ in der Auswahl ihren Platz fand: Denn, wenn „auf Augsburgs sonntagsbunten Flugplatz“ die Sonne lacht, machen wir eigentlich nichts anderes, als mit unseren Töff-töffs den freischwebenden, gasgefüllten Tieren nachzujagen. Das Beitragsbild beweist es: Ballon am Augsburger Rathaus, direkt von mir verfolgt.

Informationen zum Buch:

Trostworte an einen Luftkranken
Fluggedichte und -gedanken
Gedichte von Joachim Ringelnatz

Edition Hibana, Ulm, 2021
Mit Bildern von Florian L. Arnold
44 Seiten, limit. Edition, durchgehend farbig illustriert
ISBN: 978-3-9822910-7-9

Zu bestellen über den Buchhandel, den Onlineshop der Edition Dreiklein oder direkt beim Verlag (Email: edition-hibana@florianarnold.de).

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Florian L. Arnold im Gespräch: Plötzlich war dieser Ton da…

Seit wenigen Tagen ist die Novelle „Die Zeit so still“, das vierte Buch, das Florian L. Arnold im Mirabilis Verlag veröffentlicht hat, nun in der Welt. Ich habe mit ihm über seinen Text gesprochen.

Florian L. Arnold. Bild: Nik Schölzel, Neu-Ulm.

Wo hast Du Dein Buch geschrieben?

Entstanden ist das Buch während des ersten Lockdowns im April 2020, innerhalb weniger Tage. Es war eine neue Erfahrung, denn üblicherweise schreibe ich am Besten, wenn ich den Ort wechsle. Ich kann zuhause nicht schreiben, ich muß dazu – üblicherweise, wie ich sagen muß – unterwegs sein. Dann kam dieser Lockdown, dieses diffuse Gefühl, eingesperrt zu sein, obwohl man ja doch für Einkäufe oder einen Spaziergang noch hinaus durfte. Ich war jeden Tag draußen in der Natur, aber ich hatte dennoch das Gefühl, nicht „raus“ zu können. Zudem der Gedanke: Wie geht es jenen, die nicht in die Natur hinaus können, die vielleicht ganz und gar eingeschlossen sind … Dann, gegen 22 Uhr abends, war plötzlich dieser Ton da, diese Stimme der Figur von Garham, die sich wundert über alles und doch zugleich alles schon zu wissen scheint. Ab da saß ich dann an meinem heimischen Schreibtisch oder im Wohnzimmer und schrieb. Und konnte nicht aufhören, bis der letzte Satz in Reichweite war.

Wie schreibst Du?

Die erste Fassung eines Buches entstand – vor „Die Zeit so still“ – immer handschriftlich oder auf einer alten „Hermes“-Schreibmaschine. Ich empfand dies als besten Weg, um schon im Entstehungsprozess gewisse Fehler oder Flüchtigkeiten auszuschließen. „Die Zeit so still“ ist das erste Buch, das ich tatsächlich komplett am PC geschrieben habe; ich war ehrlich gesagt erstaunt, daß es geht, daß ich so auch schreiben kann, ohne meine Sprache zu verlieren. Schreiben ist ja der Musik verwandt indem es Rhythmus und ein Leitmotiv haben muss, es hat neben allen immateriellen Aspekten auch etwas ganz physisches.

„Jedes Buch hat ja seine ganz eigene Geschichte. Als wir im Frühjahr alle von Corona und Lockdown heimgesucht wurden und auf einmal alles ganz anders war als gewohnt, sagte ich noch zu Florian: Bitte bloß kein Corona-Buch! – Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass sozusagen stillgelegte Schriftsteller und Künstler ohne Lesungen und Veranstaltungen ganz natürlich und erst recht in außergewöhnlichen Situationen kreativ sind (und auch sein müssen) und ihr Empfinden künstlerisch verarbeiten. Außerdem sind sie listig … Florian erzählte mir ganz nebenbei von einem Hörspiel, das entstehen solle, und fragte, ob ich mal draufschauen könne. Ich schaute also ganz arglos – und schlug ihm spontan vor, dann doch ein kleines Buch daraus zu machen. Und es wurde ein recht ungewöhnliches, vor allem auch von der Form her.
Es erzählt von der Begegnung zweier Männer während einer Pandemie unter extremen Bedingungen, zeit- und ortlos, nicht hier, nicht jetzt. Es erzählt von der Stille,
vom Warten, vom Lauschen, von leeren Straßen, einer einsamen Straßenbahn und der Fahrt durch eine stumme Stadt, die dann doch so stumm gar nicht ist. Und es erzählt davon, wie wichtig Menschlichkeit und Mitgefühl sind, auch und gerade unter extremen Bedingungen. Deshalb ist dieses Buch entstanden. (…)“

Der Autor:
Florian L. Arnold, geboren 1977 in Ulm/Do., studierte Kunstwissenschaften. Der
Nachtarbeiter mit österreichischen Wurzeln arbeitet als freier Zeichner und Schriftsteller
sowie als Buchhändler und Verleger. Im Mirabilis Verlag erschienen von Florian L.
Arnold bereits die Novelle »Ein ungeheuerlicher Satz« (2015) sowie die Romane »Die
Ferne« (2016) und »Pirina« (2019).
www.florianarnold.de

Der Verlag:
Der Mirabilis Verlag ist ein unabhängiger Verlag mit Sitz in Miltitz bei Meißen (Sachsen)
und wurde 2011 von Barbara Miklaw gegründet. Anliegen des Verlags ist es, Bücher zu
veröffentlichen, die auch lange nach dem Lesen noch in Erinnerung bleiben – der
besonderen Sprache, der tiefgehenden und berührenden Erzählung wegen.
Programmschwerpunkt sind Erzählungen und Romane, oft in Verbindung mit bildender
Kunst – Grafiken, Zeichnungen, Fotografien.
www.mirabilis-verlag.de

Florian L. Arnold: „Die Zeit so still“
Novelle
Klappenbroschur. Beinhaltet 6 Grafiken
Mirabilis Verlag 2020
ISBN 978-3-947857-10-4

MIRABILIS VERLAG: Florian L. Arnold – Die Zeit so still

Literatur und Kunst verbinden sich auch in der zweiten Herbstnovität im Mirabilis Verlag in diesem Jahr zu einem Werk: Der Autor und bildende Künstler Florian L. Arnold legt mit der Novelle »Die Zeit so still«, die auf einem von ihm verfassten Hörspiel beruht, einen poetischen Text zum großen Thema unserer Zeit vor.

Das Buch:

Eine Straßenbahn an der Endhaltestelle: Der Fahrer liest in einem Buch, das lebenswichtig für ihn ist. Fahrgäste erwartet er seit langem nicht mehr. Doch in dieser Nacht steigt ein Fremder ein …
»Die Zeit so still« begleitet zwei außergewöhnliche Männer eine Nacht lang durch eine stumme Stadt in einer Zeit, in der nichts mehr so ist, wie es einst war. Mitgefühl und Menschlichkeit aber sind geblieben. – Florian L. Arnold schrieb diese Novelle sprachgewaltig, poetisch und bildstark.

»Die alte, unbeschadete Welt gab es noch, sie lag irgendwo unter einem einzigen Gedanken verborgen: Ich träume es. Jemand träumt es.
Es kam ihm vor, als zöge sich die ganze Welt zurück, als trete alles zurück hinter einen Vorhang aus Dunkelheit.«

Der Autor:

Florian L. Arnold, geboren 1977 in Ulm/Do., studierte Kunstwissenschaften. Der Nachtarbeiter mit österreichischen Wurzeln arbeitet als freier Zeichner und Schriftsteller sowie als Buchhändler und Verleger. Im Mirabilis Verlag erschienen von Florian L. Arnold bereits die Novelle »Ein ungeheuerlicher Satz« (2015) sowie die Romane »Die Ferne« (2016) und »Pirina«  (2019).
www.florianarnold.de

Die Lesevorlieben von Florian L. Arnold bei der Aktion „Auf ein Buch mit…“ des Börsenvereins: https://www.aufeinbuchmit.de/florian-arnold

Der Verlag:

Der Mirabilis Verlag ist ein unabhängiger Verlag mit Sitz in Miltitz bei Meißen (Sachsen) und wurde 2011 von Barbara Miklaw gegründet. Anliegen des Verlags ist es, Bücher zu veröffentlichen, die auch lange nach dem Lesen noch in Erinnerung bleiben – der besonderen Sprache, der tiefgehenden und berührenden Erzählung wegen. Programmschwerpunkt sind Erzählungen und Romane, oft in Verbindung mit bildender Kunst – Grafiken, Zeichnungen, Fotografien.

Meinungen zum Buch:

„Die Novelle „Die Zeit so still“ erzählt eine schaurig-schöne Geschichte, die dystopisch und unglaublich realistisch ist. Bemerkenswert ist dabei die Sprachgewalt des Autors genauso wie die ungewöhnliche Gestaltung dieses Buches. Es fällt mir schwer, mit meiner Rezension diesem Buch nur ansatzweise gerecht zu werden. Wer diese Geschichte nicht liest, dem entgeht etwas.“ – Renies Lesetagebuch

„Nachdrücklich bekräftigt die stilistisch meisterliche Novelle den Wert der Mitmenschlichkeit und der Erinnerung an unwiederbringlich Verlorenes.“ – Rainer Rönsch bei literaturkritik.de

„Arnold spielt mit Bildern, rekurriert auf Literatur von der Antike bis zur Moderne, manchmal versteckt, manchmal deutlich. Hier und da ist das etwas zu viel, zu gewollt. Dennoch beeindruckt die Novelle. Man kann, nein: man wird die gerade einmal 105 Seiten in kurzer Zeit und großer Spannung lesen. Und dann lässt es einem nicht so schnell wieder los.“ – Lothar Struck bei Glanz&Elend

„So wie Arnolds Protagonist sein Gefängnis verlässt und Freiheit findet, so öffnet sich auch der Horizont der Erzählung, findet von verengtem Thema der Pandemie zu zeitlosen Fragestellungen.“ – Jana Zahner, Südwest Presse

„Seine Sprache funkelt aber dann am hellsten, wenn er paradiesisch die Rückkehr der wilden Natur in dieser Stadt beschreibt.“ – Veronika Lintner, Augsburger Allgemeine

„Arnold versteht es auf eine einzelne Seite mehr zu packen, als manch anderer in ein ganzes Buch.“ – Buchtipp bei Radio Donau 3 FM

„Ich empfehle dieses schmale, erschütternde, bewegende und tief berührende Bändchen, das von Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Offenheit, Vertrauen und Courage im sich immer mehr zuspitzenden Grauen erzählt, sehr gerne weiter.“ – Blog Lieslos!

Florian L. Arnold: „Die Zeit so still“
Novelle
Klappenbroschur. Beinhaltet 6 Grafiken
Mirabilis Verlag 2020
https://mirabilis-verlag.de/
ISBN 978-3-947857-10-4

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für den Mirabilis Verlag.

MIRABILIS VERLAG: Florian L. Arnold – Pirina

„Später erinnert er sich nicht mehr daran, wie alles an diesem Morgen aussah, wie bald seine Kindheit versinken sollte in den Scherben des Kommenden, doch an die Hand der Mutter, diese herbe, harte, warme Hand, die sich noch einmal in seinen Nacken legte, als wolle sie ihm einen kleinen Trost spenden, an diese Hand erinnerte er sich immer, selbst dann noch, als dieser Tag schon zurückgesunken ist in die ferne und fremde, entfärbte und zauberische Welt, die man Kindheit nennt, wenn ihre Geborgenheiten und Gefährdungen verschwunden sind hinter den Wüsten, die ein langes Leben schafft.“

Florian L. Arnold, „Pirina“, Mirabilis Verlag, 2019

Wir sehen sie jeden Tag in unseren Städten und Dörfern: Junge Männer meist, die ziellos durch die Straßen treiben, auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach Verlorenem, auf der Suche nach einer Zukunft. „UmA`s“ nennt man sie im nackten Behördendeutsch, „Unbegleitete minderjährige Ausländer“, junge Leute, kaum der Kindheit entwachsen, ohne Familie, ohne eine Hand, die hält, in ein fremdes Land gespült. In seinem neuesten Roman vermag der Schriftsteller und Zeichner einem dieser Suchenden eine ganz besondere Stimme zu geben.

„Pirina“ erschien wenige Tage vor der Leipziger Buchmesse und lag dort, praktisch druckfrisch am Stand des kleinen, aber feinen „Mirabilis Verlag“, dem Hausverlag des Ulmer Autors, bereit – vielleicht ist der Roman heute noch nicht in vielen Buchhandlungen zu bekommen, dennoch aber ist er meine große Empfehlung zum diesjährigen Indiebookday.

Florian L. Arnold erzählt – übrigens wie in seinem Vorgängerroman „Die Ferne“ – von Menschen, die in die Welt geworfen werden, von einer Odyssee durch namenslose Länder und Städte. Vom Suchen und Ankommen: Erst als der junge Mann neben einer Unbekannten eine Wohnstatt findet, erst als eine Annäherung zwischen diesen beiden jungen Menschen stattfindet, erst dann wagt er es, seinen Namen auszusprechen, die Bedeutung seines Nachnamens zu erklären: SCHWARZES LAND UNTER WEISSER WOLKE.

Geschichte einer Liebe auf Zeit

Er und Pirina, so heißt die Nachbarin, tauschen ihre Geschichten aus, erzählen einander vom frühen Verlust und der allzu frühen Begegnung mit Gewalt und Grausamkeit.

„Er war ohne Namen und ohne Sprache in dieses Land gekommen. Wenn er Familien zusammen sah, wenn die Eltern ihren Kindern über die Köpfe strichen, trösteten oder tadelten, sah er sich, sah sich in diesen Eltern, er sah sich in den Kindern. Er schlüpfte hinein in Fremdes und Niegewesenes, träumte sich durch die Tage. Was er vermisste, konnte er nicht sagen. Manchmal glaubte er, den Gedanken an alles Verlorene nicht ertragen zu können, erfühlte sich krank und schwach, wenn er an die eigene Familie dachte.“

Wie die beiden Menschen sich annähern, sich für eine abgemessene Zeit Trost und Halt zu geben vermögen, wie in diese Liebesgeschichte aber auch schon ein Ende eingeschrieben ist, das beschreibt Florian L. Arnold ein einer wundersamen poetischen Sprache, die Orte und Zeit der Handlung in etwas Mystisches einwebt. So aktuell das Thema ist, so zeitlos, ja beinahe auch überzeitlich wird es geschildert: Die Länder haben keine Namen, die Namen der Menschen dagegen wirken archaisch, geheimnisvoll, Figuren, wie aus fernen Vergangenheiten kommend. Aber auch das ist stimmig: Den Krieg, Gewalt, Flucht sind überzeitliche Themen, prägen die Welt, seit es Menschen gibt.

Doch nicht nur in die ganz individuelle, eigentümliche Sprache des Autoren kann man sich beim Lesen förmlich einspinnen – bereichert wird das Buch durch die Bilderwelt Arnolds, Illustrationen, die die Magie der Sprache wiedergeben und spiegeln.

Meine große Empfehlung zum #indiebookday: „Pirina“!

Bibliographische Angaben:

Florian L. Arnold
Pirina
Mirabilis Verlag 2019
18, 00 Euro, 192 Seiten, Klappenbroschur, mit zahlreichen Illustrationen
ISBN 978-3-947857-00-5


Mehr Informationen:

https://www.indiebookday.de/
https://mirabilis-verlag.de/

Homepage des Autoren:
http://www.florianarnold.de/

Stimmen zum Buch:

„Es ist eine empfehlenswerte Lektüre für Menschen, die nicht nur bereit sind, sich auf ernste Themen einzulassen, sondern auch anspruchsvolle Literatur erwarten und Wert auf eine sorgfältig polierte Sprache legen.“ – Dieter Wunderlich

„Dem Autor gelingt es, diese Erzählung völlig undramatisch zu schildern, oft in Andeutungen, und in wunderbar poetischen Worten wie jenen, dass Tage zerbrechliche Brücken sein können zwischen den bedrohlichen Strömen des Schlafes.“ – Augsburger Allgemeine

„Arnolds Roman, kunstvoll gefügt, ratlos machend und manchmal auch verstörend, berichtet von einer Spurensuche ganz eigener Art. Zu anderen Zeiten wäre diese Liebesgeschichte bleischwer als Fügung des Schicksals bezeichnet worden, mit zugehöriger Wucht dargeboten, mit melodramatischer Musik unterlegt. Doch Arnold inszeniert nicht, sondern er zeichnet – und fügt tatsächlich auch Zeichnungen ein, die für sich betrachtet kleine Kunststücke sind, sehenswerte, nachdenklich stimmende Beigaben, einige düster und dunkel, andere opak und undurchsichtig.“ – Thorsten Paprotny bei literaturkritik.de

„Florian L. Arnold hat mit Pirina ein Buch geschrieben, welches sich in die Magengegend gräbt. Vor allem, da es eher die leisen, poetischen Töne anschlägt, um das Unvorstellbare zu beschreiben, verlangen die Szenen einem beim Lesen noch viel mehr ab.“ – We Read Indie

„Fast wirkt „Pirina“ wie ein 192-seitiges Gedicht. Mal mehr, mal weniger rhythmisch. Doch immer ästhetisch.“ – Simone Derichsweiler

Im Rahmen meiner Pressearbeit für den Mirabilis Verlag.

Susanne Röckel: Der Vogelgott

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Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

„Jene bittere Not hatte eine unvergängliche Spur hinterlassen, und jenes kriegerische Gemetzel, bei dem die Bewohner des Gyrentals ihre Kinder verloren hatten, war nie vergessen worden. Die Trauer der Überlebenden hatte sich nicht in Ruhe, in Frieden verwandelt, sie war immer wieder angeschwollen und in Wut umgeschlagen, in rasenden Zorn und Gier nach Vergeltung. Was sie erlitten hatten, mussten sie wiederholen. Deshalb beteten sie zu den Engeln, ihren neuen Herren, die hungrig, mit blitzenden Augen über ihren Köpfen kreisten. Sie konnten keine Freude mehr dulden, ihre Freude war für immer ausgelöscht.“

Susanne Röckel, „Der Vogelgott“, Jung und Jung Verlag, Salzburg, 2018.

Als Konrad Weyde Jahrhunderte später nach dem schrecklichen Ereignis im Gyrtental nach dem Vogelgott greift – um mit dem mystischen Tier, fachkundig ausgestopft und präpariert, vor seinen Ornithologie-Freunden zu prunken – ahnt er kaum, welches Unglück er über die Seinen bringen wird. Seine Kinder Thedor, Dora und Lorenz, sie alle werden in gewisser Weise der Gottheit geopfert, verschwenden ihre Leben, unterliegen dem Wahnsinn. Jeder von ihnen ein moderner Prometheus, der sein Innerstes opfert – doch wartet auf sie weder Begnadigung noch Erlösung, offen bleibt ihr Schicksal in diesem außergewöhnlichen Roman.

Die Autorin und Schriftstellerin Susanne Röckel hat schon einige Werke veröffentlicht: Eigene, darunter Romane und Erzählungen, vor allem aber auch zahlreiche Übersetzungen, so eines meiner liebsten Bücher, „Der Gott der Alpträume“ von Paula Fox. Dennoch wird sie einem breiteren Publikum erst nun, durch diesen mystischen Roman, bekannt geworden sein, stand das Buch doch auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Vielleicht erschien „Der Vogelgott“ der Jury denn doch etwas zu außergewöhnlich, beinahe wie aus der Zeit gefallen in Sprache und Duktus, fast alttestamentarisch – man weiß es nicht. Eine großartiges Leseerlebnis ist der Roman, Preis hin oder her, allemal.

Hineinlesen lässt sich in dieses Werk vieles: Einerseits wirkt es durch seine geschickte Konstruktion, die Orte über Jahrhunderte und Kontinente mit einander verbindet, die Lebensläufe raffiniert mit einander verknüpft, fast hermetisch. Aber andererseits beinhaltet es eine Vielzahl an Topoi und damit Deutungsmöglichkeiten: Die Hybris des Forschers, der meint, die Natur bezwingen zu können. Die Dramatik einer Familiengeschichte, drei Kinder, gefangen zwischen einem kalten, strengen Vater und der sanften, viel zu früh verstorbenen Mutter. Der bei allem zivilisatorischen Fortschritt unausrottbare Aberglauben, der jedem Menschen innewohnt. Das Ringen zwischen Moderne und Tradition. Der Fortbestand eines Traumas über Generationen hinweg.

Die kunstvoll gewebte Erzählung ist kaum in aller Kürze wiederzugeben, ohne den einen oder anderen wichtigen Faden vernachlässigen zu müssen (deshalb meine dringliche Empfehlung: Selber lesen!), so vielschichtig, auf so vielen Ebenen geordnet ist dieses Werk. Vorangestellt ist dem Buch ein unveröffentlichtes Manuskript des Vaters, der bei einem seiner geliebten Streifzüge ohne Familienanhang in ein unwirtliches Bergdorf gelangt. Einer der wenigen Bewohner, der mit ihm spricht, warnt ihn deutlich: Der Fang eines bestimmten Vogels sei verboten, wer das Verbot nicht achte, habe mit einer Strafe zu rechnen. Aug in Aug mit diesem mysteriösen Vogel überfällt Konrad Weyde eine sonderbare Schwäche:

„Die Vorstellung, im kalten Schatten dieser Felsen unsichtbar zu werden, verloren zu gehen, zu verschwinden, ließ mich nicht mehr los. Ja, ich würde verschwinden – und mit mir meine Kinder und deren Kinder -, vom Licht vergessen, würden unsere Konturen sich auflösen, unsere Körper würden mit dem Schatten der Erde verschwimmen, und die Finsternis des Universums würde uns aufsaugen und verschlucken – dieser Gott aber, dessen Machtbefugnis ich nicht mehr bezweifeln konnte, er würde bleiben…“

Dieser Gott bleibt nicht nur, sondern zeigt sich auch omnipräsent, wie die nachfolgenden drei Kapitel, jeweils aus Sicht eines der erwachsen gewordenen Kinder von Weyde erzählt, erweisen werden: Thedor, der Jüngste, lässt sich als Arzt in ein (fiktives) afrikanisches Land verpflichten und erlebt dort, auf einer einsamen Missionsstation, den gewaltsamen Überfall einer Rebellentruppe, die einem Vogelgott huldigt – in einem grausamen Ritual werden diesem alle Kinder und jungen Mädchen geopfert.

Dora, die Tochter, erforscht das Schicksal eines Malers aus ihrem Heimatdorf, der zur Zeit des 30-jährigen Krieges berühmt wurde, eine Meisterwerkstatt aufbaut, dann jedoch von einem Tag auf den anderen scheinbar seine Kreativität verliert und dem Wahnsinn verfällt. Wie sie anhand der Analyse des Gemäldes von der „Madonna mit Walderdbeeren“ dem Geschehen auf die Spur kommt. Auch hier, man ahnt es schon, werfen die mächtigen Schwingen des Vogelgottes seine Schatten. Das ist nicht nur – obgleich natürlich auch der Maler Johann Wolmuth eine fiktive Figur ist – kunsttheoretisch spannend, sondern zugleich auch aufgrund der besonderen Sprachmacht Susanne Röckels wunderbar zu lesen. Sie erreicht es, ein nichtexistierendes Gemälde so zu beschreiben, dass man es beim Lesen zu sehen glaubt:

„Wolmuths Walderdbeerenstudie ist heute ein beliebtes Postkartenmotiv. Die kleine Staude mit den drei Stängeln wächst aus einem Boden mit welken Blättern und dunkler Erde heraus. Raum ist durch den Hell-Dunkel-Kontrast zwischen vorderen und hinteren Blättern angedeutet. Die dreizähligen gezähnten Blätter am vorderen Stängel sind dunkel schraffiert und sorgfältig gearbeitet, die des hinteren Stängels mit einigen zarten Strichen nur angedeutet. Der Hauptstängel wächst schräg nach oben. Auffällig ist, dass er sowohl Blüten wie Früchte trägt.“

Dem charakterlich am stärksten erscheinenden Sohn ist das schwächste, das letzte Kapitel vorbehalten: Lorenz, freiberuflicher Journalist, kommt seltsamen Experimenten mit Kindern in einer Heilanstalt auf die Spur, allen ist die plötzlich auftretende Angst vor Vögeln und Flugkörpern gemein. Dass die Beschreibung, wie auch Lorenz den Rahmen seiner scheinbar geglückten Existenz mit Familie und Beruf mehr und mehr verliert, gegen Ende etwas abfällt, ist der einzige Mangel dies wuchtigen, sprachgewaltigen Romans.

Schillernd schön, sprachlich elegant und untergründig unheimlich – mit diesen Beschreibungen wurde „Der Vogelgott“ im Feuilleton belegt. Irritierend, irisierend, irrlichternd: Zwischen all der Popkulturpoetik und Realexistenzprosa kann man dieses besondere Buch nicht genug hervorheben.

Empfohlen wurde es mir übrigens von Schriftsteller, Verleger und Zeichner Florian L. Arnold – dessen eigener Roman „Die Ferne“ durchaus in Verwandtschaft zu dieser literarischen Vogelgottheit steht.

Der Vogelgott
Susanne Röckel
Jung und Jung Verlag, 2018
22,00 Euro
272 Seiten, gebunden, Schutzumschlag
ISBN 978-3-99027-214-5

Weitere Meinungen:

Die Buchbloggerin

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Poesierausch

Literaturkritik

Beim Literaturportal Bayern anlässlich der Verleihung des Tukan-Preises.

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#MeinKlassiker (16): Florian L. Arnold reist in die Gelehrtenrepublik

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Bild von Achim Scholty auf Pixabay

Florian L. Arnold ist ein Multitalent. Zu seinen Fähigkeiten gehören: Zeichnung & Illustration, Satire, Schriftstellerei, Selbstausbeutung, fruchtloses Jammern und Ignorieren der herrschenden Verhältnisse.
Wer nun meint, ich stellte meinen Gastautoren etwas gröblich vor – Florian charakterisiert sich so auf seiner Homepage selbst: http://www.florianarnold.de/
Ich kenne ihn nicht fruchtlos jammernd, sondern äußerst anpackend: Unter anderem als Initiator der Literaturwoche Donau und neuerdings als Verleger gemeinsam mit Rasmus Schöll. Ihrem Verlag „Topalian & Milani“ habe ich – ich schrieb bereits davon – mein schönstes Buch des Jahres zu verdanken. Seinen Roman „Die Ferne“ habe ich in diesem Jahr mit Genuss gelesen – und war daher auch sehr gespannt auf seinen Klassiker:

„Wir drehen uns! : Auf der Stelle?“
Arno Schmidts „Die Gelehrtenrepublik“ ist „Mein Klassiker“

Mit 19 oder 20 las ich „Die Gelehrtenrepublik“ das erste Mal und  durchstieß die an der Oberfläche des Romans schillernden Gewebe von  Ironie und Kritik nicht, hatte auch noch zu wenig Sinn für die  sprachlichen Delikatessen, die der Autor so großzügig in seinen Texten  ausbreitet. Dennoch: das Buch ließ nicht los, wollte wieder gelesen und  verstanden werden.
Das neuerliche Lesen einige Jahre später entflammte eine Liebe zum Schmidtschen Kosmos, die mit jedem Jahr weiter wächst und mich unterdessen seine Bücher genießen läßt wie einer, der verdurstend eine Wüste durchwandert, sich an den ersten Schlucken Wasser nach der Tortur erfrischt. Warum, geht es mir bei jedem Satz des Meisters herum, findet sich heute kein solcher Schmidt mehr, der so virtuos mit Stoffen und Sprache zu spielen versteht?

Mag sein: Arno Schmidts „Die Gelehrtenrepublik“ ist keine „aktuelle“ Literatur, aber ihre Darstellung eines historischen Konflikts ist in diesen Tagen, da sich die Großmächte angiften wie zuletzt vor 40 Jahren, sehr eindrücklich und zeigt, daß Konflikte, die wir überwunden glaubten, jederzeit wieder aufbrechen können. Schmidts Roman aus den 50er Jahren ist, bei aller Zuspitzung auf den historischen Konflikt von Ostblock und Westen, heute wieder sehr passend. Seine abstrahierende, zugleich durch Humor, Skurrilität und Satire gewürzte Erzählung appelliert an das zeitlose Vernunftideal der Aufklärung. Zugleich wird deutlich, wie pessimistisch Schmidt die menschliche Entwicklung sieht. „Die Gelehrtenrepublik“ ist mit ihren Verweisen in die Vergangenheit ein wichtiges und künstlerisch hochrangiges Stück Literatur, das sich unverändert als dystopische Vision einer (unverändert: nahen) Zukunft liest.

Nach einem nicht näher beschriebenen Atomkrieg haben sich die Gräben zwischen den Systemen der USA und der Sowjetunion tiefer aufgetan als zuvor. Europa ist Geschichte, zerteilt durch Kleinkonflikte und Verseuchung. Die USA sind weitgehend unbewohnbar geworden, in unzugänglichen Korridoren hausen Kreuzungen von Mensch und Tier und der Mond – nun Müllhaufen der geschieterten Menschheit – ist von einem roten Fleck entweiht, der, ähnlich dem „Roten Fleck“ auf dem Jupiter, als  Sinnbild einer zerstörerischen und unbegreiflichen Macht zu verstehen ist: „In den Krater Wargentin, im Süden, hatten beide Staaten, USA und UDSSR, angeblich ihr ‚gesamtes spaltbares Material’ geschossen… Das Ergebnis war ein rechter Halemaumau in jener Wallebene gewesen, auch bei Neumond sichtbar (…), dabei konnte sich jedes Kind am Arsch abklavieren, daß man die Versuchsexplosionen bloß in den interplanetarischen Raum  verlegt hatte (..)“.

Schmidts sprachliche Kraft muß kaum noch einmal betont werden. Mit jedem Satz erschafft er Welten. In lakonischen Einschüben und seinen in die mitunter ungeheuerliche seelische Untiefen eröffnenden Dialoge einprasselnden Satzzeichen stecken meisterliche Andeutungswelten. Einmal mehr, wie in fast all seinen Werken, ist die Natur die einzige Macht, der alles sich beugen muß. Verheert, pervertiert und doch in  ihrer Mächtigkeit ungebrochen gebiert sie neues Leben – Mutationen, denen sich der Ich-Erzähler annähert, die er zuletzt sogar als „menschlicher“ begreift als die verbliebene Menschheit selbst. Die sich, eine dieser hellsichtig-ironischen Analysen Schmidts, unbelehrbar weiter allein um sich selbst dreht.

Dies der Rahmen für den eigentlichen Witz, die Insel, irgendwie zusammengebaut aus allen Trauminseln der gesammelten Literatur, angefangen bei Schnabels „Felsenburg“, die Schmidt so sehr schätzte, bis  hin zu Gullivers fliegenden Inseln, die ja auch schon Sinnbild eines Eskapismus waren. Schmidts Trauminsel ist aus Metall, ist riesig,  verkommen, heißt IRAS („International Republic for Artists and  Scientists“). Man höre: Nicht die Politiker, die Reichen und die vermutet Wichtigen retten sich in Schmidts Utopie, sondern die Wissenschaftler, die Künstler, die Musen! IRAS ist der durchorganisierte Hort der Restvernunft, und bildet doch mit feiner Schmidt’scher Ironie die ganze Unvernunft des Menschen ab. Es gibt „Zonen“, es gibt  Überwachung, Mißtrauen, Soldaten, Ränke und Intrigen. Keiner könnte das in so wenigen wohlgesetzten Worten so geistreich zwischen deftiger  Satire, zarter Traurigkeit und visionärem Ausblick schweben lassen wie  Schmidt. IRAS ist ein einziges Scheitern, orientierungslos dahinschwimmend: „Wir drehen uns! : Auf der Stelle?“

Die Hauptfigur, ein Mann namens Winer, so viel sei verraten, bricht Tabus, und nicht wenige davon. Zentaurenstämme, Spinnenkolonien und Schmetterlingsmenschen, allesamt Mutationen, entstanden in der Folge des Atomaren Krieges, finden seine Sympathie. Das ist in dieser bizarren neuen Welt verwerflich. Aber er übertritt alle Gebote, als er sich in ein Zentaurenmädchen (Thalja) verliebt und sogar Sex mit ihr hat. Das  Ablehnen der Tiermenschen fällt Winer immer schwerer, am Ende verliert er sich an die „tierische Seite“, auch hier eine weitere liebevolle Referenz an „Gulliver“. Zugleich aber durchstrahlen die Ereignisse des Holocaust, des Kalten Krieges immer, selbst in den heitersten Momenten der „Gelehrtenrepublik“, den Text. Auch die Tiermenschen sind getrieben von Mordgier, Mißgunst, niederen Instinkten. Das Paradies, das Winer für kurze Augenblicke bei den Mutantenwesen zu finden meint, ist nur eine andere Form der menschengemachten Hölle. Die Möglichkeit einer besseren Realität kann nur ein Traum bleiben („Einmal lebt’ich wie Götter’ !!!“).

Nur einem so akribisch alle Bedeutungsgeflechte durchdringenden Autor wie Schmidt konnte es gelingen, ein Stück „utopischer Literatur“ zu schreiben, das den Leser mit schönen wie erschreckenden, mit eiskalten wie herzenswarmen Szenen in ständiger wohliger Unruhe hält. Die fieberige Sprache macht mit geradezu chirurgischer Präzision die größten Greuel sichtbar. Und Schmidts „veräußerte innere Monologe“ halten das  Beschriebene auf der menschlichen Ebene, im Gedankenkreis des Möglichen.

Ein Roman der Ungeheuerlichkeiten, der alle Möglichkeiten und Techniken neuzeitlicher Romankunst in sich vereint: etwa das mutwillige Spiel mit der Fiktion und das Erzählen über das Erzählen. Die unerschöpfliche Erfindungsgabe und Sprachkraft macht diesen gewiß nicht „einfach“ zu lesenden modernen Klassiker zu einem hinreißenden literarischen Spiel. Alle wirklichen und möglichen Welten sind im Universum dieses Romans  „Die Gelehrtenrepublik“ enthalten.

Florian L. Arnold
www.florianarnold.de
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Stefan Zweig: „Die unsichtbare Sammlung“ und „Buchmendel“

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Illustration: Joachim Brandenberg, Offenbach. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

„Eigentlich schämte ich mich: Da war ich wie der Engel des Märchens in eine Armeleutestube getreten, hatte einen Blinden sehend gemacht für eine Stunde nur dadurch, daß ich einem frommen Betrug Helferdienst bot und unverschämt log, ich, der in Wahrheit doch als ein schäbiger Krämer gekommen war, um ihm ein paar kostbare Stücke abzujagen. Was ich aber mitnahm, war mehr: Ich hatte wieder einmal reine Begeisterung lebendig spüren dürfen in dumpfer, freudloser Zeit, eine Art geistig durchleuchteter ganz auf die Kunst gewandter Ekstase, wie sie unsere Menschen längst verlernt zu haben scheinen. Und mir war – ich kann es nicht anders sagen – ehrfürchtig zumute, obgleich ich mich noch immer schämte, ohne eigentlich zu wissen, warum.“

Stefan Zweig, „Die unsichtbare Sammlung“, 1927.

Zweig nannte diese Novelle „eine Episode aus der deutschen Inflation“: Sie handelt von einem Sammler, der Kunstblätter und Stiche Rembrandts, Dürers und Mantegnas in seinem Besitz glaubt. Was der alte Mann, ein erblindeter Kriegsveteran des deutsch-französischen Krieges, jedoch nicht weiß: All seine Kostbarkeiten wurden von Frau und Tochter verkauft, die wertvollen Blätter durch leeres Papier ersetzt. Die Not der Nachkriegszeit hatte die Frauen dazu gezwungen – doch die galoppierende Geldentwertung in den 1920er Jahren führt dazu, dass der Familie der kostbare Besitz förmlich zwischen den Händen zerschmilzt. Erzählt wird diese anrührende Geschichte aus der Perspektive eines Berliner Kunstantiquars, der sich eigentlich von der Fahrt in die sächsische Provinz erhofft, bei dem Sammler einige Stücke zurückkaufen zu können.

Rund um den alten Sammler versinkt die Welt – doch ihn, den Blinden, hält die Freude an seinen ideellen Reichtümern aufrecht: auch wenn er sie nicht mehr sehen kann, so ist es doch ihr Dasein, das ihn erfüllt.

„Unvergeßlich war mir der Anblick: dies frohe Gesicht des weißhaarigen Greises da oben im Fenster, hoch schwebend über all den mürrischen, gehetzten, geschäftigen Menschen der Straße, sanft aufgehoben aus unserer wirklichen widerlichen Welt von der weißen Wolke eines gütigen Wahns. Und ich mußte wieder an das alte, wahre Wort denken – ich glaube, Goethe hat es gesagt: »Sammler sind glückliche Menschen.«“

Oh ja, und wie glücklich! Denn in den Tagen rund um die Buchmesse, an denen beinahe inflationär Bücher bepriesen werden, an den Tagen der Buch-Inflation also, an denen auch deutlich wird, wie sehr das Buch eben auch Ware ist, erreichte mich ein besonderer Schatz. Man muss es mir nachsehen, wenn ich hier völlig ungehemmt schwärme: Aber in meinen Augen ist dieser Band mit zwei Novellen von Stefan Zweig aus dem erst 2015 gegründeten Verlag Topalian & Milani das schönste Buch des Jahres.

Die beiden Verleger machen ein, zwei Bücher pro Saison – diese aber mit völliger Hingabe und großer Liebe zum Detail. War schon „Die römische Saison“ von Lutz Seiler ein optisches und haptisches Juwel, so ist dieser Zweig-Band noch ansehnlicher und schöner geworden. Mit „Buchmendel“ und „Die unsichtbare Sammlung“ haben Rasmus Schöll und Florian L. Arnold zwei bekannte Novellen des Österreichers herausgegriffen, die in Zweig`scher Manier, melancholisch-menschenfreundlich, Sammler und Buchbesessene zum Inhalt haben.

Insbesondere im „Buchmendel“ wird von Zweig die Welt von gestern heraufbeschworen: die der ostjüdischen-galizischen Kultur, wie sie Zweig und Joseph Roth so eindrucksvoll beschrieben haben, die der untergegangen Welt des Kaffeehauses der Vorkriegszeit, die sich im Vielvölkerstaat Österreich durch Toleranz, Mehrstimmigkeit, Offenheit auszeichnete. Der Buchmendel, ein wandelndes Literaturlexikon, eine Koryphäe auf seinem Gebiet, nimmt, als sich die Zeiten langsam zum Schlechteren wenden, ein tragisches Ende. In den Wirren des Ersten Weltkriegs als Spion verdächtigt und interniert, wird er später im Kaffeehaus, seiner Lebensbasis, nicht mehr geduldet, stirbt an Auszehrung. Der Erzähler, der Jahre später auf Spurensuche geht, erinnert sich an diesen tragisch-komischen Menschen so:

„In diesem kleinen galizischen Büchertrödler Jakob Mendel hatte ich zum ersten Mal als junger Mensch das große Geheimnis der restlosen Konzentration gesehen, das den Künstler macht wie den Gelehrten, den wahrhaft Weisen wie den vollkommen Irrwitzigen, dieses tragische Glück und Unglück vollkommener Besessenheit.“

Zu Buchkunst wird diese Ausgabe durch die schwarz-weiß-Illustrationen, die Zweigs Novellen nicht nur kongenial interpretieren, sondern auch eigenständige Kunstwerke sind. Florian L. Arnold, der bei Sätze&Schätze mit seinem Roman „Die Ferne“ bereits als Schriftsteller verewigt ist, nähert sich der unsichtbaren Sammlung mittels einer grotesken Zeichensprache an – kleine Vignetten, großformatige Bilder, die beinahe an anatomische Studien angelehnt sind. Immer wieder schauen den Betrachter Augen an, so beispielsweise auf dem Titelbild. Als wolle der Illustrator Einblick in das menschliche Gehirn geben, aufzeigen, dass man eben nicht nur durch das Auge sieht. Der Blinde, der durch seine Bildersammlung blättert – eine tragisch-komische Erscheinung, die Arnold als Drama mit Tuschfeder und Elementen der Kupferstichtechnik, wie sie auch für die Novelle Zweigs prägend sind, umsetzt.

Direkter, aber nicht weniger eindrücklich in seinem Ausdruck ist Joachim Brandenberg, der „Buchmendel“ illustriert hat. Ein mit Stacheldraht umwickeltes Notizbuch, ein Portrait, bei dem Buchfetzen aus den Augen quillen, eine zerbrochene Brille – melancholische Bilder, die den Ton der Zweig-Novelle treffen, aufnehmen, weiterführen. Einen Eindruck von den Arbeiten des Illustrators und Buchkünstlers gewinnt man hier: http://joachimbrandenberg.de/

Abgerundet wird dieser Buchschatz durch ein Nachwort zu Stefan Zweig, einen Überblick über seine Veröffentlichungen sowie einen Abdruck seines Abschiedsbriefes vor dem Freitod am 22. Februar 1942.

Schön gestaltete Vorsatzblätter, Fadenheftung und die Papierauswahl machen dieses Bucherlebnis perfekt: Ein Schmuckstück, das mich restlos begeistert hat!

Wer einen Blick auf das Buch tun will:
http://www.topalian-milani.de/portfolio/stefan-zweig-buchmendel-die-unsichtbare-sammlung/

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MIRABILIS VERLAG: Florian L. Arnold – Die Ferne

„Kein Mensch hatte ein größeres Verlangen nach Büchern als Itys. Wenn er nicht Vater und Mutter bei ihren Forschungsarbeiten unterstützte oder sich um die Instandhaltung des Hauses kümmerte, sah man Itys lesend. Vielleicht besaß er einmal etwas Geld, vielleicht sogar ein Vermögen, doch er steckte jeden Cent in seine Bücher, von denen er manche in bestimmten Abständen verkaufte, um neue Bücher erwerben zu können. Er trug die Bücher in seinen Anbau, wie ein verwildertes Tier seine Beute in Sicherheit bringt. (…).

Jeder Winkel war mit Regalen und Konstruktionen für seine Bücher genutzt, selbst in die Schrägen des Daches hatte er Bücher gefügt.
Hast Du die alle gelesen?, fragte ich ihn. Er nickte nur. Was steht in den Büchern?, fragte ich weiter. Gedichte, antwortete er, Gedanken, auch Fragen. Vieles, das man nicht sofort verstehen soll; und darum muss man es immer wieder lesen. (…).

Sieh nur, sagte er und hielt mir einige seiner Schätze hin: Sie sind so kostbar, weil sie sich mit Geschichten vollgesogen haben, sie sind durch hunderte Hände gegangen. Sieh nur hier, sagte er und ließ mich selbst die Bücher durchblättern. (…)

Itys forderte mich auf, am Papier zu riechen, forderte meine Fingerkuppen zu einer Reise über das Papier auf:

Nun rate, sagte er, wie viele Fingerkuppen sind wohl über diese staubstumpfen, sandgelben Papierebenen geglitten?“

Florian L. Arnold, „Die Ferne“, Mirabilis Verlag, 2016.

Ein fast schon mystisches Verhältnis zu Büchern vermittelt Itys dem Kind Evren – etwas, das sein weiteres Leben, seine Lebenssuche wesentlich prägen wird. Denn Evren, der zuerst seine Eltern, Vulkanforscher, verlieren wird, dann fast sein eigenes Leben aus Trauer um diese Verluste und schließlich auch den Assistenten der Wissenschaftler, Itys, der für das Kind wie ein zweiter Vater war, wird im Grunde sein ganzes weiteres Leben nach Geschichten forschen …

Der zweite veröffentlichte Roman von Florian L. Arnold, der bereits 2015 mit seiner Novelle „Ein ungeheuerlicher Satz“ (ebenfalls im Mirabilis Verlag erschienen) auf der Hotlist der Unabhängigen Verlage auf sich aufmerksam machte, ist schwer einem Genre zuzuordnen: Zeit und Orte wirken unbestimmt. Auf der Suche nach seinen Wurzeln begibt sich der junge Mann in ein sagenumwobenes Land namens Gadjan. Mit der fortschreitenden Erzählung wird auch in die (fiktive) Historie dieses (fiktiven) Landes eingeführt – ein Sehnsuchtsort, der bereits dem Untergang preisgegeben ist.

Und dennoch ist „Die Ferne“ kein Buch aus dem Genre „Fantasy“ oder „Saga“. Alles ist Metapher: Die Suche nach dem verlorenen Land, das ist die Suche nach Herkunft, Zugehörigkeit, Prägung, aber auch nach Zukunft, Ziel und Sinn. „Eine bildgewaltige Erzählung über die Irrwege des Erinnerns, über Freundschaft und Liebe, Einsamkeit und Verlust“, heißt es im Klappentext zum Buch und weiter: „Mit unbändiger Fabulierlust schafft der Autor unglaubliche Szenarien: ein Füllhorn von Bildern und Personen, in dem existenzielle Erfahrung und sinnliche Fantasiewelten zusammenwachsen.“

Die Kurzbeschreibung könnte etwas irreführend sein: Bei so manchem Leser könnten „unbändige Fabulierkunst“ und „Fantasiewelten“ Hoffnungen auf Einhörner, Hobbits oder ähnliches wecken – und der wäre dann enttäuscht. Denn tatsächlich fehlt es an solchen Fabelwesen – obwohl die Erzählung Mythen und Phantasien von verlassenen Einöden voller Vulkangestein heraufbeschwört, so ist sie im Kern durch und durch real und menschlich: Sie handelt von einem, der alles verloren hat und auf der Suche ist, nicht zuletzt auch auf der Suche nach sich selbst.

Florian L. Arnold erzählt dies in einer ganz eigenen Sprache, die – passend zur Passion der Vulkanforscher – einen gleichsam wie ein Lavastrom beinahe magnetisch in die Geschichte einsaugt: Es ist dieses Sprachvermögen, eine ganz eigene Sprachmelodie, die den Leser durch diesen schwer einzuordnenden, aber nicht minder faszinierenden Roman trägt.

„Am Abend finde ich Obdach unter einem breiten Felsüberhang, von dem aus ich den Blick zurück in die Senke von Bavren und hinein in den Sonnenuntergang genieße. Später senkt ein schwarzer Himmel sich auf das Khpȗhi, und die eben noch gläsern wirkenden, zerrissenen Zinnen der Berge brennen in unheimlichen roten und violetten Farben, um kurz darauf in aschfarbene Stille zu sinken: Denn selbst in die größte Finsternis nehmen meine Augen einen Teil des Lichtes dieser Welt mit.“

Der Roman selbst ist vollgesogen mit Geschichten, geschrieben in einer Sprache, die den Eindruck unterstützt, einem Gelehrten früherer Tage, einem Weltenforscher alten Schlages auf der Spur zu sein. Ergänzt wird der so gelungen altertümlich anmutende Text durch Fotografien des Ulmer Autors, der als freier Zeichner, Schriftsteller sowie im Duo mit Rasmus van Beusten auch als Kopf der Ulmer Literaturwoche und eines eigenen Verlages multitalentisch unterwegs ist.

Wie aus dem Schöpfer eines Klavierkonzertes „für einen halben Konzertflügel und Entenschnattern“ der ernsthafte Schriftsteller Florian L. Arnold wurde, kann man hier lesen: http://www.florianarnold.de/

Mehr zum Buch beim Mirabilis Verlag: http://www.mirabilis-verlag.de/

Stimmen zum Buch:
„Florian L. Arnold ist mit (dem von ihm selbst mit Zeichnungen und Fotografien bebilderten) „Die Ferne“ ein bildmächtiges Werk über die Suche eines Menschen nach sich selbst gelungen – und darüber, dass Heimat auf keiner Landkarte eingezeichnet werden kann, sondern ein Ort in der Seele ist.“ – Augsburger Allgemeine

„Arnolds Buch erschafft eine eigene kleine Welt, die einen nicht so ganz loslässt – auch Tage, nachdem man den Roman zu Ende gelesen hat. Viele beeindruckende Szenen und Landschaften lässt der Ulmer Autor vor dem Auge des Lesers entstehen.“ – Feiner reiner Buchstoff

Die Künstlerin Susanne Haun ließ sich von dem Roman zu einigen Zeichnungen inspirieren.