#VerschämteLektüren (14): Nebelschwaden wabern über dem grauen Sofa

Claudia ist eine passionierte Leserin – davon spricht ihr Blog „DASGRAUESOFA“ Bände. Bei der Auswahl zeitgenössischer Literatur verlasse ich mich gerne auf die Tipps, die sie zu bieten hat: Ihr Urteil hat Hand und Fuss, sie zeigt Stärken und Schwächen von Büchern auf, die ich nachvollziehen kann, selbst wenn ich das Buch „anders“ lese. Kurzum: Eine Leserin mit Sinn und Verstand. UMSO ERSCHÜTTERNDER ist es zu erfahren, dass einst über dem grauen Sofa fantastische Nebelschwaden aufzogen…:

„Ich muss gestehen: Ich habe sie auch alle gelesen, die verschämten Lektüren, die hier schon vorgestellt worden sind – ich bin in mindestens 11 Bänden Angélique durch Frankreich, über das Mittelmeer in den Orient und später bis nach Kanada gefolgt  (und wie langweilig war danach der Geschichtsunterricht), habe in den Südstaaten-Romanen von Gwen Bristow in gleich drei Bänden eine Plantagenbesitzerfamilie und ihre unglaublichen Schicksale über die Jahrhunderte verfolgt, und natürlich in Margret Mitchells „Vom Winde verweht“ mit Scarlett O´Hara geliebt, gelitten und gekämpft.

Als ich unlängst bei den #VerschämteLektüren den Beitrag zum Märchenprinzen und andere Verweise auf „feministische“ Literatur las und ich überlegte, warum der Titel so ganz und gar an mir vorbeigegangen ist, da fielen mir doch weitere verschämte Lektüren ein, die ich möglicherweise zu der Zeit gelesen habe: nämlich die Fantasy- Werke von Marion Zimmer Bradley!

„Die Nebel von Avalon“ gehören natürlich dazu – und siehe da: ich kann mich an nichts mehr erinnern, mit Ach und Krach fällt mir noch Tintagel ein, die Burg in Cornwall, aber wahrscheinlich auch nur, weil meine Freundin im Sommer da gewesen ist, und die Nebel über dem See, die mit dem Boot und viel (esoterischem) Glück durchpaddelt werden müssen, um von dem christlichen Kloster nach Avalon zu kommen. Und Artus und der Merlin fallen mir natürlich ein und Morgaine, die Fee. Das war es aber auch schon.

Und dann gibt es noch die Darkover-Saga der Autorin. Auf einem fernen Planet, der von einer roten Sonne beschienen und deshalb ein recht unfreundliches Klima hat, ist ein Raumschiff der Erde gestrandet, die Überlebenden bauen eine neue mittelalterlich-agrarische Kultur auf, mit adeligen Herrschaftsfamilien und vor allem ganz viel telepathischen Kräften. Mehr ist mir davon auch nicht in Erinnerung, obwohl ich einige Bände damals sehr gerne gelesen.  Selbst beim Recherchieren und Nachlesen des ein oder anderen Titels, der mir dann doch bekannt vorkommt („Gildenhaus Thendara“ zum Beispiel) , kommt nichts an Erinnerung an die Handlung zurück. Es muss wohl doch eine ganz nachhaltig beeindruckende Lektüre gewesen sein (hihihi)!

Dafür ist aber das Nachlesen der Autorinnenbiografie bei Wikipedia sehr erhellend. Von der Groschenheftschreiberei über religiös-esoterische Weltbilder bis zu Missbrauchsvorwürfen  hat die Autorin wohl ein sehr spannendes Leben geführt…

Was wir so alles gelesen haben. Und dass doch noch etwas Vernünftiges aus uns geworden ist! Da werde ich wohl nicht mehr mit dem Wimpern zucken, wenn mir mal wieder jemand etwas über Panem-Bände, Vampir-Romane oder sonstige merkwürdigen Lektüren etwas erzählt.

Konsequenterweise hat dann auch keines der Bücher in meinem Regal bis heute überlebt, ich bin da sehr rigoros mit dem Ausmisten und Verschenken. Die verschämteste Lektüre, die ich gefunden habe, sind fünf Bände Donna Leon.

Und hier geht es zu einem Sitz- und Leseplatz auf dem grauen Sofa: http://dasgrauesofa.wordpress.com/