Turn the radio on!

Was haben ein Kölner Taxifahrer und ein alter Geiger miteinander zu tun, wie kommen Eric Clapton und Paganini zusammen? Silke Arning hat mit Theres Essmann gesprochen und stellt morgen (Samstag, 12.6., ab 14.05) bei SWR 2 deren Debüt „Federico Temperini“ vor:

Wer jetzt schon lauschen mag: Begleitet von Paganinis Musik kann man auch die Autorin selbst im Beitrag hören.



Bild von Lubos Houska auf Pixabay

Noch mehr Literatur im Radio: Journalist und Moderator Günter Keil stellt auf seiner zweiwöchigen Literatursendung bei egoFM ausgewählte Bücher vor. In guter Gesellschaft ist dabei morgen (12.6., 14.00 bis 16.00 Uhr) Daniela Engist mit ihrem Roman „Lichte Horizonte“. Die Sendungen gibt es auch zum Nachhören:
https://www.egofm.de/blog/freizeit/egofm-buchhaltung-die-literatursendung-mit-gunter-keil

Und, zum Abschluss eines rundum gelungenen Radio-Wochenendes ist die Freiburger Autorin am Sonntag (13.6., ab 20.00 Uhr) in SWR 4 in der Sendung „Kultur in Baden-Württemberg“ zu hören:

#indiebookchallenge: Daniela Engist und das Paar am Strand

Der „indiebookday“ ist gewissermaßen der Feiertag der unabhängigen Verlage. Seit einigen Jahren wird dieser Tag, der die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Programme aus der deutschprachigen Verlagslandschaft lenken soll, durch die „indiebookchallenge“ ergänzt: Monatlich gibt es ein wechselndes Thema, zu dem Verlage, Buchhandlungen und Literaturvermittler unter den jeweiligen Hashtags thematisch passende Beiträge veröffentlichen. Alle Informationen zur #indiebookchallenge 2021 finden sich hier:
https://www.indiebookday.de/indiebookchallenge/

Erstmals mit an Bord ist der Kröner Verlag in diesem Mai. Gemeinsam mit dem Verlagskollegen von danube books, mit dem Blog LITAFFIN und der Buchhandlung Pankebuch sowie der Buchhandlung Markus stellt sich der Verlag als Pate für ein Cover mit Gemälde zur Verfügung.

Im März veröffentlichte Daniela Engist ihren Roman „Lichte Horizonte“ im Kröner Verlag. Das Cover ziert ein Gemälde des Malers Alex Colville, „Couple on beach“. Warum ihre Wahl auf dieses Bild fiel und wie es mit dem Roman korrespondiert, darüber spricht Daniela Engist im Interview:

Wie kamen Sie auf dieses Gemälde?

Auf den Maler Alex Colville hat mich Peter Stamm gebracht, der mir mal ein Bild zeigte, das er gerne für eines seiner Bücher gehabt hätte, woraus aus gewissen Gründen aber nichts geworden ist. Es war ein seltsames Bild, aber seltsam schön, und ich habe ein wenig gestöbert, was Colville sonst noch gemacht hat. Kunsthistorisch wird er zum Magischen Realismus gezählt, Tiere spielen in seinem Werk eine große Rolle. Vor allem aber hat er Porträts von Menschen in alltäglichen Situationen gemalt, sie sind altmeisterlich nach strengen Regeln komponiert, minutiös in der Ausführung und zurückhaltend in der Farbgebung – aber emotional stark, berührend.

Als es ums Cover für „Lichte Horizonte“ ging, habe ich mich daran erinnert und bin direkt an „Couple on Beach“ hängen geblieben. Das Bild stammt von 1957 und zeigt den Künstler und seine Frau Rhonda am Strand, ein sogenanntes verdecktes Doppelporträt. Verdeckt, weil man die Gesichter nicht sieht. Die Figuren sind ganz bei sich, abgewandt vom Betrachter.

Welche Assoziationen löste es aus?

Die Intimität, die diesem Bild eingeschrieben ist, hat mich sofort fasziniert. Es ist ein inniger Moment, auch ein Moment der erotischen Anziehung, aber ohne jede Anzüglichkeit, eine Art erotische Zugehörigkeit, wenn es das denn gibt. In Colvilles Bildern ist es ganz häufig so, dass sich die Figuren einander nicht direkt zuwenden, sie bleiben in einem Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz.

Welche Verbindungen hat das Bild zum Roman?

Nähe und Distanz spielen auch im Roman eine zentrale Rolle. Lasse ich mich auf einen anderen Menschen ein und wie weit gehe ich dabei? Wieviel von mir muss ich in eine Beziehung hineingeben, damit sie gelingen kann? Ab welchem Punkt gehe ich mir selbst verloren?

Und dann die Frage der gegenseitigen Wahrnehmung. Das Paar auf dem Gemälde nimmt sich nicht in den Blick. Sie hat einen Sonnenhut über dem Gesicht, scheint zu schlafen, bei ihm ist kaum zu sagen, ob er auf ihren Körper blickt oder nicht doch aufs Meer hinaus. Auch die Figuren in meinem Roman machen sich ihr Bild vom anderen, ohne allzu genau hinzuschauen, versuchen mit geschlossenen Augen zu sehen. Das erinnert an die Grundidee des Magischen Realismus selbst, die Synthese von gegenläufigen Wirklichkeiten, zu der auch meine Ich-Erzählerin tendiert. An einer Stelle sagt sie: „Ich habe eine Neigung, ein Bedürfnis sogar, die Welt anders sehen zu wollen, als sie ist. Manchmal würde ich gerne allen ins Gesicht schreien: Die Welt ist nicht so, wie ihr sagt!“

Wie korrespondieren Titel und Cover?

Daniela Engist. Bild: Anja Limbrunner

Im Versuch ihre Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, beschließt Anne, die Erzählerin ihrer eigenen Geschichte zu werden. Dabei entfernt sie sich mehr und mehr von ihrem Mann Alexander, innerlich und äußerlich. Geografisch gesehen geht die Bewegung immer weiter nach Westen bis ins bretonische Finistère, wo sie ihr Buch zu Ende schreibt, während sie auf Stéphane wartet. Dort gibt es nur noch Meer und Himmel und Horizont – so wie auf Colvilles Gemälde. Der Strand am „Ende der Welt“ ist ein Ort, an dem man eine Weile unschlüssig auf und ab wandern kann, von dem aus es aber nur noch den Aufbruch zu neuen Ufern oder die Umkehr gibt. Und es ist ein Ort, den man verändert verlassen wird, egal für welchen Weg man sich entscheidet.

Warum ist das Bild auf dem Cover gedreht?

Das gehört zu den glücklichen Zufällen, die sich im ersten Moment wie eine Katastrophe anfühlen. In der Programmvorschau sah das Buch ja noch ein bisschen anders aus. Kurz vor Drucklegung ließ die National Gallery of Canada den Verlag wissen, dass sie nun doch nur das ganze Gemälde und keinen Ausschnitt, wie ursprünglich geplant, verwenden dürften. Vom Ansinnen her verständlich, es ging um die Integrität des Kunstwerks. Aber der Zeitpunkt! Praktisch über Nacht waren wir alle gezwungen, eine neue Perspektive einzunehmen, auf die ohne diesen Impuls niemand gekommen wäre. Der Grafiker hat fantastische Arbeit geleistet. Mich macht das gegen die Sehgewohnheiten gedrehte Cover, das dem Buch so sehr entspricht, ganz glücklich. Es ist tatsächlich nochmal besser als der ursprüngliche Entwurf.

Werkdaten

Alex Colville, Couple on Beach, 1957
Material: Kaseintempera auf Hartfaserplatte
Abmessungen: 73,4 x 96,4 cm
National Gallery of Canada, Ankauf 1959

Weiterführende Informationen zu Colville

http://alexcolville.ca

Wo kann man Colville im deutschsprachigen Raum sehen?

Museum Ludwig in Köln
Nationalgalerie in Berlin
Museum der modernen Kunst in Wien

Trivia

Vier Colville-Bilder spielen in Stanley Kubricks The Shining eine Rolle. Kein Zufall.

Daniela Engist: Lichte Horizonte

„In ihrem Erzählen um die vielen Facetten des Verliebens befragt die Autorin die Welt, in der wir leben. Es geht ihr um Erkenntnis, Deutung und Sinn“, sagt Anton Knittel, Leiter des wunderschönen Literaturhauses in Heilbronn (hier zu sehen: https://literaturhaus.heilbronn.de/startseite.html)

Und der Lyriker Timo Brandt befindet: „Ein Buch, das zur Einkehr anstiftet und zugleich hungrig macht auf das Lebendige, Erfüllende, Haltlose. Kurzum: ein richtig gutes Buch, zumindest für jene, die nicht nur unterhalten, sondern auch erschüttert und inspiriert werden wollen. Die es mögen, wenn ein Buch Wellen schlägt in einem. Und unter die Haut geht.“
Zur Rezension: https://lyrikpoemversgedicht.wordpress.com/2021/04/01/eine-intensive-kluge-tolle-lekture/

Was Daniela Engist selbst zu ihrem Roman zu sagen hat, das findet sich seit heute bei „Leseschatz-TV“, dem Youtube-Kanal von Buchhändler Hauke Harder:

„Lichte Horizonte“ ist der zweite Roman von Daniela Engist, er erschien in der Edition Klöpfer im Kröner Verlag.

Joachim Zelter: Die Verabschiebung

Vielfach besprochen wurde inzwischen schon der neue Roman von Joachim Zelter, „Die Verabschiebung“, erschienen in der ersten Edition Klöpfer im Kröner Verlag. Erzählt wird die Geschichte von Julia und Faizan – ein deutsch-pakistanisches Paar, das heiratet, obwohl sie von dem Konstrukt Ehe wenig hält. Doch die Hoffnung ist, dass Faizan so in Deutschland bleiben kann – eine trügerische Hoffnung und ein Roman, der von der kalten, unbarmherzigen Maschinerie der Behörden erzählt.

Wolfgang Tischer von literaturcafe.de interviewte Joachim Zelter für seinen Podcast und zieht sein persönliches Fazit: »Die Verabschiebung« ist ohne Frage seit langem Zelters bester und bewegendster Roman.

Zum Nachhören: https://www.literaturcafe.de/podcast-joachim-zelter-ueber-die-verabschiebung-wir-alle-suchen-einen-platz/

Und auch Hauke Harder von der Buchhandlung Almut Schmidt empfiehlt das Buch als wichtige Lektüre in seinem Kanal „Leseschatz TV“:


Es lohnt sich sowieso, den Empfehlungen auf Haukes Videokanal zu folgen – immer kurz und prägnat im Urteil und Inhalt sowie Qualität der Bücher auf den Punkt gebracht. Neu ist dabei zudem die Rubrik „Zu Gast“ – und ich freue mich auf den baldigen Gastauftritt von Daniela Engist mit „Lichte Horizonte“, ebenfalls Kröner Verlag.

Auf dem Blog Kulturbowle heißt es zu diesem Buch:
„Daniela Engist hat einen intensiven, gefühlvollen, emotionalen und klugen Roman geschrieben, der eine schöne Art von Nostalgie weckt: nicht die angestaubte Variante, sondern eine auf Hochglanz polierte Nostalgie, die Lust macht, in eigenen Erinnerungen zu graben, das eine oder andere Erinnerungsstück hervorzuholen und sich selbst zurück zu erinnern, wie das früher war.“ Zum Nachlesen: https://kulturbowle.com/2021/03/31/von-der-ersten-grosen-und-anderen-liebe/

Bücher fürs Denken ohne Geländer: Online-Präsentation der KrönerEditionKlöpfer

»Mehr Literatur: Bücher fürs Denken ohne Geländer« – unter diesem Motto laden das
Schriftstellerhaus Stuttgart, das Evangelische Bildungszentrum Hospitalhof und der Kröner
Verlag zur Online – Vorstellung der Edition Hubert Klöpfer im Kröner Verlag ein.
Die Veranstaltung findet statt am 15. April 2021 ab 19.30 Uhr.

Im Hospitalhof Stuttgart ( Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart ) stellen die Verleger Alfred Klemm und Hubert Klöpfer die neue Edition vor.

Der Stuttgarter Verlag Alfred Kröner positioniert sich ab dem Frühjahr 2021 neu und wird
zukünftig auch aktuelle deutschsprachige Literatur verlegen. Kröner-Verleger Alfred Klemm hat
sich dazu mit dem renommierten Büchermacher Hubert Klöpfer zusammengetan und die
»Edition Hubert Klöpfer bei Kröner« gegründet. Im Frühjahrsprogramm sind vor wenigen Tagen die ersten sechs Titel erschienen. Bei der Veranstaltung ist die Autorin Daniela Engist mit ihrem Roman »Lichte Horizonte« vertreten, Joachim Zelter mit »Die Verabschiebung« und zugeschaltet aus den USA ist Peter Blickle mit »Andershimmel«.
Moderation: Astrid Braun (Schriftstellerhaus) und Monika Renninger (Hospitalhof)

Die Veranstaltung, eine Kooperation vom Stuttgarter Schriftstellerhaus e.V., dem Verlag Alfred Kröner und dem Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart, findet online statt. Ein Kostenbeitrag ist nicht notwendig, eine Reservierung ist unter diesem Link möglich:

https://www.hospitalhof.de/programm/150421-mehr-literatur-buecher-fuers-denken-ohne-gelaender/

Wenige Tage später, am Dienstag, 20. April, wird Walle Sayer seinen Band „Nichts, nur“ bei den Dornstetter Buchwochen vorstellen. Mehr Informationen dazu gibt es hier: https://www.dornstetten.de/gaeste/veranstaltungen/online-lesung-mit-walle-sayer-annette-rieger-nichts-nur-id_1463/

Dieses wunderbare Lesebuch, das Gedichte, Prosagedichte und Erzählminiaturen von Walle Sayer aus 35 Jahren enthält, wurde bereits ausführlich bei Signaturen besprochen: https://signaturen-magazin.de/walle-sayer–nichts,-nur.html

.Und wer einen Eindruck von Joachim Zelters „Die Verabschiebung“ gewinnen möchte, dem sei am 10. April die WDR-Sendung „Gutenbergs Welt“ empfohlen, die sich um „Recht oder Gesetz“ dreht: https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-gutenbergs-welt/recht-oder-gesetz-100.html

Telegramme für Literatur

Über ein Interview mit Daniela Engist, deren zweiter Roman „Lichte Horizonte“ in wenigen Tagen beim Kröner Verlag erscheint, wurde ich nun auf die wunderbaren „Telegamme für Literatur“ und den erst 2019 gegründeten Telegramme Verlag aufmerksam.
2016 begann das Schweizer Schriftstellerpaar Dana Grigorcea und Perikles Monioudis mit dem Telegramme-E-Magazin, drei Jahre später folgte der Verlag.

Schon das Wappentier ist ein Kunstwerk, aber auch die Auswahl der Bände zeugt vom ästhetischen Feinsinn der beiden Herausgeber. Das Paar wird von Gallus Frei-Tomic in seinem literaturblatt.ch – ebenfalls eine sehr empfehlenswerte Adresse für Bibliophile – vorgestellt.

Die Liste der Autorinnen und Autoren, die bislang im Telegramme-E-Magazin Originalbeiträge veröffentlicht haben, ist beeindruckend: Unter anderem schrieben hier bereits Rolf Lappert, Nora Bossong, Terézia Mora, Hildegard Keller, Franz Hohler und Franzobel, um nur einige zu nennen.

In der Rubrik „Entre nous“ werden sieben feststehende Fragen an die Schreibenden gestellt.
Daniela Engist erzählt dabei von der Entstehung ihres Romans „Lichte Horizonte“, von den Themen und Diskursen, die sie interessieren, von der Erwartung an die Rezeption des Buches: „Nein, jeder kann es lesen, wie er will, es bietet hoffentlich genug Lesarten, um nicht in einer Schublade zu landen. Nur mit dem Etikett «Frauenliteratur» würde ich mich schwertun.“


Weiterführende Links:
Telegramme: https://www.neue-telegramme.ch/
Daniela Engist: https://www.daniela-engist.de/

Die Edition Hubert Klöpfer im Kröner Verlag

Wie bereits hier angekündigt, erscheint im Alfred Kröner Verlag Stuttgart ab dem Frühjahr 2021 auch deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Programmverantwortlich ist dafür der renommierte Verleger und Büchermacher Hubert Klöpfer. Und das sind die ersten sechs Titel in der neuen Edition Hubert Klöpfer, die Mitte März erscheinen:

Mehr Informationen finden sich in der Frühjahrsvorschau: https://www.book2look.com/book/98T3MHi8ch

Ein Heft mit Leseproben und Rezensionsexemplare können unter der Email b.boellinger@kroener-verlag.de angefragt werden.