PETRA C. ERDMANN: Geschichten vom Gehen und Wiederkommen

„Wir sitzen im Zug nach Prag. Für dieses Herbstwochenende verspricht der Wetterbericht sommerliche Temperaturen. Ich muss mich erst an den Gedanken gewöhnen, dass meine Mutter und ich allein zu zweit unterwegs sind. Waren wir jemals für ein langes Wochenende so eng zusammen? Tag und Nacht? – Nein, nie. Achtundfünfzig Jahre hat es gebraucht, um Zeit und Gelegenheit zu finden, diese Reise anzutreten. Und nun dieser Altweibersommer!“

Bild: Julius Erler, Dresden

Manchmal braucht es lange, bis zwischen Müttern und Töchtern eine Annäherung stattfindet – Sybille, geboren 1960, gelingt dies, auch beim gemeinsamen Altweibersommer mit ihrer Mutter. Andere Mütter-Töchter-Beziehungen bleiben dagegen distanziert, manche sind von Beginn an konfliktbeladen, andere harmonisch. Aber eines haben sie gemeinsam: „Keine Beziehung ist so essenziell, so innig und zugleich so irritierend wie die zwischen Mutter und Tochter“, sagt Petra C. Erdmann. Wie stark der mütterliche Einfluss auf die Identitätsentwicklung einer Frau sei, zeige sich jedoch meist dann am deutlichsten, wenn der Umgang miteinander gestört sei. Seit zwei Jahrzehnten ist Petra C. Erdmann erfolgreich als Verhaltens- und Teamtrainerin für Firmen und Organisationen tätig und berät Menschen in Krisensituationen.

Immer wieder hatte sie, die selbst Mutter von zwei Töchtern ist, dabei Begegnungen mit Töchtern und Müttern, deren Beziehung schwierig ist. Der wesentliche Konfliktpunkt zwischen den Frauen ist im Kern die Frage zwischen dem richtigen Maß an Nähe und Distanz – oft findet eine Annäherung erst dann statt, wenn die Töchter eigene Lebenserfahrungen gesammelt haben, älter werden, vielleicht auch eine eigene Familie haben und dieselben Erfahrungen mit ihren Töchtern machen.

Wie so eine Annäherung stattfinden kann, wie Frauen sich an ihre Mütter erinnern, davon erzählt der Band „Geschichten vom Gehen und Wiederkommen“. Petra C. Erdmann hatte in ihrer Arbeit immer wieder Frauen gebeten, einen Brief an ihre Mütter zu schreiben oder ihre Erinnerungen schriftlich festzuhalten – über 20 Frauen stellten ihre Texte für das Taschenbuch, das nun im Eigenverlag erschien, zur Verfügung.

So individuell die Lebenswege der Frauen sind, so stark die einzelnen Persönlichkeiten aus den Briefen und Erzählungen heraustreten, so verbindend ist aber auch, dass jeder dieser Texte beim Lesen eigene Erinnerungen und Gefühle in Gang bringt: Letztlich sind wir Leserinnen ja auch alle Töchter. Die „Geschichten vom Gehen und Wiederkommen“ haben ein stark versöhnendes Element, das, wenn beispielsweise Evelyne darüber schreibt, sehr anrührend ist:

Liebe kann man auf so viele verschiedene Weise geben. Ich habe starke Wurzeln, die ich mir selten bewusst mache. Doch wirken sie und geben mir Halt.“

Petra C. Erdmann sagt als Herausgeberin selbst dazu: „In allen Briefen spürt man nicht nur Schmerz, sondern auch die Liebe, die der Kern der Mutter-Kind-Beziehung ist. Und oft auch das Bedauern, nicht schon früher mit der Mutter über das Unausgesprochene geredet zu haben. Insofern ist mein Credo: Habt den Mut, schon zu Lebzeiten aufeinander zuzugehen. Sagt der Mutter, was sie euch bedeutet, was euch gefehlt hat und wofür ihr von Herzen dankbar seid. Letztlich kann das den ersehnten inneren Frieden bringen.“

Informationen zum Buch:
Petra C. Erdmann
Geschichten vom Gehen und Wiederkommen – Briefe und Erinnerungen von Töchtern und Müttern
Taschenbuch, 153 Seiten, 12,99 Euro
ISBN: 978-3-752-66086-9
Bestellmöglichkeiten: https://petra-erdmann.de/veroeffentlichungen/

Meinungen:
„Das Buch versteht sich als eine Anregung, manches im eigenen Leben zu hinterfragen.“ – Bettina Haubold bei Schreibfeder.de

„Entstanden ist ein sehr schönes und lesenswertes Buch mit Erzählungen von Müttern und Töchtern, authentisch aber mit Liebe umhüllt, wie mit einem wärmenden Mantel in kalten Zeiten.“ – Verena Lüthi auf der Seite von Julia Onken

„Keine Beziehung ist so essenziell, so innig, aber auch so irritierend wie die zwischen Mutter und Tochter, sagt Petra Erdmann.“ – Interview in der Sächsischen Zeitung

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit

THERES ESSMANN: Literaturstipendium Baden-Württemberg für die Autorin

Eine tolle Anerkennung erhielt nun Theres Essmann für ihre literarische Arbeit: Heute teilte die baden-württembergische Kunststaatssekretärin Petra Olschowski mit, dass Theres Essmann eines der Literaturstipendien des Landes Baden-Württemberg erhält. Außerdem kann sich Frank Rudkoffsky über ein Vollstipendium freuen sowie die beiden Stipendiaten Cihan Acar und Valentin Moritz, die sich ein Stipendium teilen. Mit der Auszeichnung ist eine gemeinsame Lesereise in Baden-Württemberg verbunden.

Theres Essmann beeindruckte die Jury mit ihrem ausgereiften Stil, ihrer treffenden Sprache und der gekonnt aufgebauten Handlung der klassischen Novelle „Federico Temperini“. Das Debüt erschien im Frühjahr beim Verlag Klöpfer, Narr. Mehr zum Buch findet sich hier:
Theres Essmann, „Federico Temperini“.

Mit den Literaturstipendien zeichnet das Land Baden-Württemberg Nachwuchsautorinnen und -autoren aus, die mit ihrer schriftstellerischen Arbeit überzeugen und eine Affinität zu Baden-Württemberg haben, beispielsweise durch Geburt, Wohnort, Ausbildung oder Schwerpunkt ihres Schaffens.

Der Jury gehörten als fachkundige Persönlichkeiten des kulturellen und geistigen Lebens in diesem Jahr Oswald Burger (Literarisches Forum Oberschwaben), Dr. Beate Laudenberg (Literaturwissenschaftlerin an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe), Annette Maria Rieger (freischaffende Journalistin und Autorin), Ruth Wieczorek (Stadtbibliothek Stuttgart) und Werner Witt (Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg) an.

Bild: Rüdiger Nehmzoff

Theres Essmann, 1967in Nordwalde geboren, studierte Germanistik und Philosophie in Tübingen. Sie arbeitet seit vielen Jahren in der freien Wirtschaft und als Referentin für kreatives Schreiben, konzentriert sich aber zunehmend auf ihr Schreiben. 2018 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. Sie lebt in Stuttgart.

ULLA COULIN-RIEGGER: Ein Beitrag über narzisstische Eltern in „Spiegel Wissen“

Ein „spätes“ Romandebüt und seine Folgen: Mit ihrem Buch „Mutters Puppenspiel“, das im Frühjahr 2020 im Verlag Klöpfer, Narr erschien, erreichte die 70-jährige Psychotherapeutin Ulla Coulin-Riegger nicht nur begeisterte Leserinnen und Leser. Sondern ist nun auch mit einem Fachbeitrag in der jüngsten Ausgabe von „Spiegel Wissen“ vertreten. In dem Spezialheft zum Thema „Wie die Kindheit uns prägt“, das heute erschien, schreibt sie aus fachlicher Sicht über das, was in ihrem Roman fiktional bearbeitet wurde: „Narzisstische Eltern manipulieren ihre Kinder und können ihnen das Wichtigste nicht geben: Liebe. Die seelischen Folgen sind oft verheerend.“

Ulla Coulin-Riegger wurde 1950 in Stuttgart geboren. Sie studierte Psychologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und absolvierte eine Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin. Seit 1996 betreibt sie eine Praxis als Verhaltenstherapeutin und systemische Familientherapeutin in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart.

Der Roman „Mutters Puppenspiel“ erschien im März 2020 beim Verlag Klöpfer, Narr: 174 Seiten, Hardcover mit Lesebändchen, 22,00 Euro, ISBN 978-3-7496-1027-3.

MICHAEL SCHREINER: SEHEN GEHEN

Michael Schreiner ist für mich ein Wilhelm Genazino mit der Kamera: Aufmerksam für die kleinen Dinge des Alltags, die Zufallsfunde, die skurrilen Momente. Mit einem Blick buchstäblich für das, was vor unserer Nase, was auf der Straße liegt, und doch so oft unbeachtet bleibt.
Der Leiter der Kultur- und Journalredaktion der Augsburger Allgemeinen hält diese Momente seit Jahren im Bild fest. Und viele dieser Momentaufnahmen laden nun in dem Bildband „SEHEN GEHEN“ dazu ein, nicht nur über sie hinwegzugehen, sondern richtig hinzuschauen.

Michael Schreiner beschreibt das in seinem Vorwort so:
„Der Flaneur, der unterwegs ist, um sich der Welt anzunehmen, und sie wahrzunehmen, ist ein Inspektor. Ich mache Inventur in der Straßen und würdige alles, auch das kleinste Stück Papier und die schwächste Spiegelung in einem Schaufenster.“

Und Christian Imminger ergänzt:
“ … Man kann einfach auch anders schauen. Sanfter. Genauer. Ins Bild gesetzt, gewinnen der verlorene Schuh, Papierfetzen und Farbschlieren Würde und Eigenart zurück. Und sie werden, im besten Fall, so wie hier in diesem Buch, zum Singen gebracht.“

Bereichert wird dieser hochwertig gefertigte Bildband durch Gedichte des Lyrikers Max Sessner.

Einblick in die Bilderwelt Michael Schreiners erhält man auf dessen Homepage, unter anderem kann man hier durch einige Seiten von „SEHEN GEHEN“ blättern: https://www.michaelschreiner.de/publikationen.html

„SEHEN GEHEN“
Fotografien von Michael Schreiner
Dussa Verlag, 2020
168 S., Gebunde Ausgabe, 151 Farbabb., 17 x 24 cm, 24,80 €
Texte von Michael Schreiner
Fünf Gedichte von Max Sessner
ISBN 978-3-922950-63-9
https://www.dussa-verlag.de/

ELLA KORDES: Gudrun Glock amüsierte sich mit den Gartenschwestern

Gudrun Glock, selbst begeisterte Gärtnerin.

„Elisabeth, die Russen sind nicht mehr weit entfernt (…)“. Lissa, die Hauptperson des zweiten Erzählstrangs, ist auf der Flucht vor dem Krieg vom kleinen Oderberg nach Berlin und findet im letzten Kriegsjahr Unterschlupf bei Albert, einem Gärtner.

Der jähe Umschwung von heute in die Vergangenheit überrascht mich als Leserin und macht mich neugierig. Die Sorgen von heute scheinen gegen die Angst und den Hunger der letzten Kriegswochen wie kleine Befindlichkeiten. Und natürlich will ich wissen, wie und wann sich die Wege der Figuren von damals und heute kreuzen.

Die drei Freundinnen haben sich mittlerweile um einen Schrebergarten beworben. Bei der Beschreibung jener Gartenkolonie „Krötenglück e.V.“ wird kein Klischee ausgelassen – das klingt so fürchterlich kleinkariert, dass es schon wieder gut ist. Und spätestens, wenn die Laubennachbarn deutlichere Konturen annehmen, denke ich beinahe so wohlwollend über sie, wie am Ende die drei Berliner Hobbygärtnerinnen.

Spätestens ab Mitte des Buches bleiben keine Fragen mehr offen. Man ahnt, wie die Erzählstränge miteinander zu tun haben und es ist recht klar, wie es weitergeht. Der Spannungsbogen wird zumindest soweit aufrechterhalten, dass man gerne weiterlesen mag und dabei schmunzelnd feststellt, dass genau das eintritt, was man erwartet hat.

Was beide Geschichten vereint, ist die Liebe zum Garten. Einerseits um nicht zu verhungern, andererseits, weil es in der Satzung der Gartenkolonie festgeschrieben ist und um den Kummer einer zerbrochenen Ehe zu entkommen.

Vermutlich war jede Frau schon einmal Teil solch eines Freundinnen-Trios. Ich habe mich selbst auch an der einen oder anderen Stelle wiedergefunden. Sehr amüsant! Wenn ich noch keinen Garten hätte, nach dieser Geschichte würde ich mit meinen Freundinnen sofort einen Schrebergarten anmieten. Und so viel sei gesagt, es endet mit einem Happy End für die Wildschweine – der Rest wird nicht verraten.

Gudrun Glock

Gudrun Glock  lebt und arbeitet bei Augsburg, wo sie für ein Magazin Beiträge, Buchrezensionen und die Kolumne „Nahrungskette“ schreibt. Ihr Hauptinteresse und Betätigungsfeld gilt dem Ernährungsaspekt der Ayurvedischen Lehre. Sie sagt dazu: „Wir kommunizieren während des Essens. Und Essen selbst bedeutet Kommunikation. Deshalb könnte man auch sagen, das zentrale Thema meiner Arbeit ist die Kommunikation, denn das ganze Leben ist Kommunikation.“
Homepage: http://augsburg-ayurveda.de/ 

Informationen zum Buch:
Ella Kordes
Die Gartenschwestern
Blanvalet Verlag 2020
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten
ISBN: 978-3-7341-0708-5


SUSANNE HAUN: Werkschau 2013 – 2020

Wer Susanne Haun auf ihrem Blog folgt, weiß wie produktiv und kreativ die Berliner Künstlerin ist. Nun erscheint im Eichhörnchenverlag, in dem bereits ihr Bilderbuch „Landtiere“ veröffentlicht wurde, eine Werkschau, die die Jahre 2013 – 2020 umfasst.
Ich habe die Veröffentlichung lektorierend im Hintergrund unterstützt und war einmal mehr fasziniert von den Arbeiten Susannes, aber auch von den erklärenden Texten, die Meike Lander, Nina A. Schuchardt und Cristina Wiedebusch für diese Werkschau verfasst haben.

Ein Auszug aus dem Vorwort von Nina A. Schuchardt, der Verlegerin:

„Es ist nicht weniger, als die Quadratur des Kreises, an welcher sich diese Broschur versuchen muss, denn das Œuvre Susanne Hauns ist so groß und reich an Höhepunkten, dass es jede Form der Übersicht sprengt und es wächst stetig. Dennoch ist der Künstlerin mit der vorliegenden Sammlung eine herausragende Auswahl einiger ihrer wichtigsten, spannendsten und besonders ihrer aktuellen Werke gelungen.

Der Zufall will es, dass diese Broschur zu einer Zeit erscheint, in der die jetzt lebende Menschheit unter anderem mit der Pandemie durch das Coronavirus Covid-19 (im Folgenden Covid-19) eine ihrer schwersten Krisen ereilt. Mit Blick auf dieses Zeitgeschehen ist sie neben dem stets wachsenden Blog der Künstlerin auch ein Zeugnis ihrer herausragenden Fähigkeit, Relevantes noch im Moment des Geschehens als solches zu erkennen und künstlerisch treffsicher in ihre Bildwelt zu übersetzen.

Überhaupt sind es Susanne Hauns Neigung zu analytischer Weltbetrachtung gepaart mit großem Wissensdurst, die den Nährboden ihrer Kunst ausmachen. Kanalisiert durch regelmäßige Selbstreflexion und Disziplin münden sie als Linie in emotional-fließendem Ausdruck. Jedes ihrer Werke zeugt davon.“

Mehr Information zur Werkschau und eine Bestellmöglichkeit gibt es hier:
https://eichhoernchenverlag.de/produkt/susanne-haun-werkschau-2013-2020/

ULLA COULIN-RIEGGER: Mutters Puppenspiel (Klöpfer, Narr Verlag)

„Mit »Mutters Puppenspiel« legt die Neunundsechzigjährige ein erstaunliches Romandebüt vor. Psychologisch genau und jenseits literarischer Eitelkeiten gelingt ihr ein Kabinettstück zum Phänomen der Liebesmanipulation.“

So begeistert äußerte sich Angelika Overath über den Roman von Ulla Coulin-Riegger in ihrer Besprechung in der FAZ am 7. Mai 2020. Und tatsächlich ist der Psychotherapeutin mit ihrem ersten Roman ein kleines Kunststück gelungen.

Präzise und fast schon nüchtern erzählt sie von einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung: Die 38-jährige Lisette, obwohl als HNO-Ärztin mit einer eigenen Praxis beruflich erfolgreich, ist über die Maßen abhängig vom Urteil ihrer narzisstischen Mutter, die „Frausein“ über die Ehe mit einem wohlhabenden Mann und eigene Kinder definiert. Lisette erfüllt all dies nicht.

Als sie von ihrem verheirateten Geliebten schwanger wird, gerät das fragile Lebenskonstrukt ins Wanken und die Lesenden werden mitgerissen in diesen Kreislauf aus psychischen Manipulationen. Das Buch endet unerwartet und mit einer offenen Frage, die den ganzen Roman wieder in einem neuen Licht erscheinen lässt. Stilistisch erinnert es an entsprechende Romane von Marlene Streeruwitz und Elfriede Jelinek.

Ulla Coulin-Riegger wurde 1950 in Stuttgart geboren. Studium der Psychologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Nach dem Diplom Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin, seit 1996 niedergelassen in eigener Praxis als Verhaltenstherapeutin und systemische Familientherapeutin bei Esslingen.

Verlagsinformationen zum Buch: Mutters Puppenspiel

Stimmen zum Buch:

Narzisstische Eltern manipulieren ihre Kinder und können ihnen das Wichtigste nicht geben: Liebe. Die seelischen Folgen sind oft verheerend.“ – ein Beitrag von Ulla Coulin-Riegger in Spiegel Wissen/Ausgabe 4/2020
„Mutters Puppenspiel ist ein geschickt konstruierter, literarisch unprätentiöser Roman mit mehrfachen und gebrochenen Spiegelungen der Figuren. – Anton Philipp Knittel bei literaturkritik.de
„Ein aufregender, absolut fesselnder Roman für alle Mütter und Töchter und alle an Psychologie interessierten Lesenden.“ – Andrea Zimmermann bei Eliport
„Coulin-Riegger hat eine Geschichte niedergeschrieben, wie sie sie oft in ihrer Praxis zu hören bekommen hat.“ – Stuttgarter Zeitung
„Fiktion oder Fallbeispiele aus ihrer Praxis? „Mutters Puppenspiel“ ist beides.“ – Claudia Ihlefeld in der Heilbronner Stimme.
„Die 38-jährige Lisette ist Ärztin und führt ein erfolgreiches Leben. Leid erfährt sie dennoch in Form der zurückgehaltenen Liebe ihrer Mutter.“ – Heidenheimer Zeitung

„Ein schmerzvoller und aufwühlender Roman.“ – Renies Lesetagebuch
„Ulla Coulin-Riegger beschreibt hier sehr fein, in welcher Abhängigkeit die Tochter einer narzisstischen Mutter steht.“ – Sabine Ibing
„Ein Buch, das nachdenklich macht über die Beziehungen, die wir zu unseren Eltern führen.“ – Buchperlenblog
„Toll gemacht, fand ich im Nachhinein, toll von der Autorin konzipiert, gleich im ersten Satz die mentale und psychische Abhängigkeit der Schreiberin von der Mutter so knüppeldick, aber doch elegant verbrämt aufs Tapet zu bringen.“ – Claudia Schulmerich, Weltexpresso
„„Mutters Puppenspiel“ ist ein tiefgründiger und kurzweiliger Pageturner, der gut unterhält, interessant ist, und psychodynamische Zusammenhänge nachvollziehbar und auf eingängige, leicht lesbare Weise vermittelt.“ – Susanne Probst, LiesLos!
„Mutters Puppenspiel von Ulla Coulin-Riegger ist ein vielschichtiger Roman, der viel mehr Interpretationsspielraum bietet, als ich während des Lesens gesehen habe.“ – Silvia Walter bei Leckere Kekse …
„Ein spannendes, aufregendes und fesselndes kleines Buch, das viel über die Psyche und ihre Verstrickungen verrät.“ – Leselupe.de


ELLA KORDES: Die Gartenschwestern, Blanvalet Verlag

Das Leben ist wie ein wilder, wunderschöner Garten!

Es sollte eine stilvolle Geburtstagsfeier im Café der Königlichen Gartenakademie Berlin sein. Doch Geburtstagskind Gitta hat für ihre Freundinnen Marit und Constanze eine Hiobsbotschaft: Gittas Mann lässt sich scheiden – und damit verlieren sie den wunderschönen Garten, der zur Villa des Expaares gehört! Wo sollen sie nun graben, pflanzen, wässern und gemeinsam Zeit verbringen? Die Lösung: ein kleiner Schrebergarten in einer Kolonie mitten in Berlin.

Auf einer zweiten Ebene erzählt Ella Kordes vom Entstehen der Gartenkolonie im letzten Kriegsjahr 1945. Die junge Lissa flieht vor der Roten Armee von Oderberg nach Berlin, wo sie bei dem Gärtner Albert landet. Der hat eines Tages eine Idee: Könnte man nicht aus den Trümmern der zerstörten Stadt für Lissa ein kleines Häuschen bauen?
Ein Roman, der nicht nur vom Glück und Nutzen des Gärtnerns erzählt, von Urban Gardening in allen seinen Formen, sondern auch von der Kraft der Freundschaft und den Lebensentwürfen ganz besonderer Frauen.

Tania Krätschmar, die unter dem Pseudonym Ella Kordes schreibt, ist Berlinerin der zweiten Generation. Nach mehreren Auslandsaufenthalten hat sie ihren Lebensmittelpunkt wieder in der Hauptstadt. Solange sie denken kann, macht sie etwas mit Büchern: schreiben, betexten, aus dem Englischen übersetzen, rezensieren und verkaufen. In ihrer Freizeit ist sie entweder in ihrem Garten oder im Boot auf der Havel anzutreffen, vorzugsweise mit Lebenspartner, Freundinnen und Familie.

Verlagsinformationen zum Buch: Die Gartenschwestern

Besprechungen:

„Ich habe vermutlich DEN Gartenroman des Bücherfrühlings 2020 gelesen.“Die Sofagärtnerin

Ein absoutes Muss für alle Liebhaber von historischen Geschichten sowie Garten- und Pflanzenliebhaber.“ Franzi`s Hexenbibliothek

„Beide Zeitebenen haben gleichermaßen Spaß gemacht zu lesen und hatten auch viele spannende Momente.“ Buchstabengeflüster

Ein leichter Sommerroman, der mit ungewohnter Tiefe auf der zweiten Erzählebene überrascht. Bitte mehr davon! Gegen das Vergessen und für die Bewahrung des Erbes!“ – Elizas Bücherparadies

THERES ESSMANN: Bernhard Ulbrich über Konflikt, Krise, Kehrtwende und Katharsis

Es freut mich sehr, hier einen Gastbeitrag von Bernhard Ulbrich in Form der Lesekreis-Analysen veröffentlichen zu dürfen. Er beschäftigte sich mit der Novelle „Federico Temperini“ von Theres Essmann, erschienen bei „Klöpfer, Narr“.


GASTBEITRAG

Jürgen Krause ist Taxifahrer in Köln, lebt alleine, hat Probleme. Er ist schon länger geschieden. Sein geliebter Sohn Leon lebt bei seiner ex-Frau Irene, die vor Jahren mit Ulrich eine neue Beziehung eingegangen. Er kämpft um die Gunst seines postpubertären Sohnes. Beide planten, eine Tour durch Kanada zu machen, was nun der Stiefvater mit Leon realisiert. Jürgen fühlt sich abgehängt.

Der Anruf eines Kunden mit Namen Federico Temperini bringt Änderung in Gang. Er ist ein Mann alter Schule, der ihn als Chauffeur für die Fahrten zu den Konzerten in der Philharmonie bucht. Die Gespräche während der Fahrten sind zunächst reserviert. Es entspinnt sich aber bald eine wundersame, die Leben von Fahrer wie Fahrgast durchleuchtende Geschichte. Wir werden neugierig gemacht.

Als ich ihn so am Arm hatte, kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass der alte Herr etwas von mir wollte. Und dass ich keinen blassen Schimmer hatte, was. Nur dass es mehr war als Taxifahren. (39)

Man wird förmlich in die Entwicklung hinein gezogen. Jürgens Freund Wolfgang meint:

Der Typ hat dich ganz schön am Wickel.“ Und Jürgen selber denkt sich: Und zieht mich in etwas hinein, … (56)

Wir merken wieder auf: Da muss noch etwas Unerwartetes kommen. Und die Neugier lässt uns weiterlesen. Nebenbei erfahren wir etwas über Paganini und sein enormes, musikalisches Talent, denn:

Am Ende führten alle Wege zu Paganini. (38)

Microsoft PowerPoint - lbRez_Essmann-Plot-200524-brmuEs erhellen sich die Hintergründe, weil der Alte peu-à-peu Informationen über sein Leben mitteilt. Das bringt Jürgen des Nachts ins Träumen:

Ein Taxi hält am Wiesenrand, als ob er ein Bürgersteig wäre, die Fond-Tür geht auf und Paganini steigt aus, seine Geige in der Hand. Er sieht aus wie Temperini, trägt seinen Hut, seinen Mantel. (59)

Noch ein Fingerzeig. Aber wofür?

Jürgen beginnt, in Paganinis Biographie zu lesen. So kann er sich auch einbringen:

Ich glaube, Paganini hat seine ganze verdammte Seele in das Geigenspiel gepackt. (98)

Das drückt er zwar burschikos aus, trifft aber den Kern der Sache. Genie als die vollkommene Einheit von Wollen, Können und Tun.

Wir erfahren auch, dass der kauzige Alte, der sich wie Paganini in Schwarz kleidet, ebenfalls ein begnadeter Geiger war. Er nennt es:

Kongenial. Die Kritiker nannten mein Paganini-Spiel immer wieder kongenial. (109).

Und ebenso wie Paganini musste er seine Karriere wegen einer unheilvollen Erkrankung der linken Hand aufgeben. Die Ähnlichkeiten mehren sich, bis Jürgen sein Heureka-Erlebnis hat. Er liest alte Rezensionen.

Und dann las ich: „Federico Temperini, Solist.“ Ich schaute in die schwarze Leere vor meinem Fenster, …, und ich dachte: Natürlich. Natürlich, du Depp. (101)

An dieser Stelle legt man das Buch zur Seite und denkt verwundert: wieso Depp? Und der Blick fällt auf das Cover mit der offenen Hand und auf den Begriff „Novelle“. Ist sie nicht charakterisiert durch die vier „K“: Konflikt, Krise, Kehrtwende, Katharsis? Und plötzlich winken Parallelen. Bezogen auf unsere Hauptfigur Jürgen stellt sich der Konflikt mit seiner Frau Irene dar als das Gerangel um die Zeit, die Jürgen mit seinem Sohn Leon verbringen darf. Dieser Konflikt steigert sich über die Jahre bis zur Krise, denn Leon wird mit seinem Stiefvater statt mit Jürgen die Kanadareise unternehmen. Jürgen fürchtet, auch noch die Liebe seines Sohnes zu verlieren. Und dann der innere Wendepunkt, ausgelöst durch Temperini, der Jürgen den Horizont erweitert und ihn von den persönlichen Problemen ablenkt, wie ein Katalysator. Dank seiner hat Jürgen eine Erkenntnis: Natürlich, Natürlich, du Depp.

Dieser Katalysator namens Federico Temperini wird in der Novelle derart gleichartig zu Niccolò Paganini im äußeren Erscheinungsbild wie im musikalischen Talent gezeichnet, dass man stutzt: Das ist gewollt! Könnte es sein, dass uns die Autorin im Realismus des heutigen Stadtlebens einen magischen Aspekt untergeschoben hat? Eine Inkarnation des Paganini? Die Beziehungsprobleme werden dadurch relativiert, der Protagonist wird „ver“-führt, sich mit der Genialität von Paganini zu befassen. Für ihn eine unerwartete Horizonterweiterung. Neuer Blick auf das eigene Leben, auf das Verhältnis zu seinem verstorbenen Vater wie auch das zu seinem Sohn.

Es stellt sich eine Entspannung ein, eine Katharsis. Sein ach so klein geratener Vater hatte nämlich auch dem großen, noch genial geigenden Herrn Temperini als Chauffeur gedient. Jürgen ist verwundert:

Was wissen Söhne schon über ihre Väter. (121)

Diese Erkenntnis gilt auch für das Verhältnis zu seinem Sohn Leon.

Auch wenn es wehtat. Was immer passiert war oder noch passieren würde, es war nur ein Ausdruck dessen, was war, wie es war: Leo hatte zwei Väter. Ich war einer von beiden. (134)

Auf dieser Basis müsste man sich zusammenraufen können.

Wenn Sie nun wissen wollen, wie alles ausgeht, nehmen Sie die Novelle in die Hand und lesen selbst. Es lohnt sich!

© 31.5.2020  Bernhard R. M. Ulbrich / litbiss.de


THERES ESSMANN: Federico Temperini (Klöpfer, Narr Verlag)

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Der Kölner Taxifahrer Jürgen Krause und sein neuer Fahrgast, Federico Temperini. Den alten Herrn, der Krause als Chauffeur engagiert, umweht ein tragisches Geheimnis. Und Krause, einmal neugierig geworden, lässt sich ein auf die Obsession des Alten, dessen Leben und Denken sich vollständig um den einstigen Geigenvirtuosen Paganini dreht. Langsam entwickelt sich zwischen den beiden ungleichen Männern eine Freundschaft, die auch über den Tod hinaus Bestand hat.

Theres Essmann entfaltet mit „Federico Temperini“ auf knappem Raum, gekonnt verdichtet, das Leben zweier Männer, sie erzählt von gescheiterten Lebensentwürfen, von der Kraft des Neubeginns sowie von einer ungewöhnlichen Freundschaft. Eine Novelle über Verlust und Vergänglichkeit. Über die Sehnsucht, geliebt zu werden und die Einsamkeit des Grandiosen. Und über das, was uns wahrhaft groß macht: unsere Menschlichkeit.

Theres Essmann wurde 1967 in Nordwalde (Münsterland) geboren, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie, lebt und arbeitet in Stuttgart und Köln. Sie schreibt Lyrik und Prosa. 2018 erhielt sie für ihren Erzählzyklus ein Stipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg.

Homepage der Autorin: https://theres-essmann.de/

Ein Beitrag im Rahmen meiner Pressearbeit für Theres Essmann.

PRESSESTIMMEN:

„Ein Debüt, das gespannt macht auf mehr.“ – Richard Mayer, Augsburger Allgemeine

„Eine mustergültige Novelle.“ – Susanne Schramm, Kölner Stadtanzeiger

„Stilistisch ist die Novelle von einer behutsamen Direktheit, die kaum Bilder braucht, um ästhetisch zu funktionieren.“ – Guy Helminger, Luxemburger Tageblatt

„Mit „Federico Temperini“ ist der Autorin Theres Essmann eine berührende Novelle über Vergänglichkeit und Verlust gelungen.“ – Kathrin Stahl, Südwestpresse

„Theres Essmann hat in ihrem Debüt mit feinem Strich Figuren gezeichnet, die ohne große Geste auskommen, aber dafür umso prägnanter auf den Leser wirken. (…) Unaufdringlich, aber voller Gefühle, leise, aber bis ins Mark. So spannend sind menschliche Begegnungen … wenn die Sprache stimmt.“ – Guy Helminger, Luxemburger Tageblatt

„Essmann ist eine gute Beobachterin der nichtsprachlichen Kommunikation.“ – Andreas Sommer, Heilbronner Stimme

„In ihrer Novelle stellt die Literaturstipendiatin des Landes Baden-Württemberg, Theres Essmann, die Frage nach wahrer Größe.“ – Silke Arning, SWR 2

„In dieser makellos komponierten Novelle verhandelt Theres Essmann Fragen
nach dem, was einem Menschenleben Größe, Bedeutung und Sinn verleiht.“ – Mareike Ilsemann, WDR 5

„Klug komponiert, mehrfach gespiegelt und gebrochen, erzählt Essmann in ihrem gelungenen Debüt in ruhigem Ton, verknüpft mit einer Portion Nonchalance und Humor, von Einsamkeit, von gescheiterten Plänen, aber auch von neuem Halt und Aufbruch.“ – Anton Philipp Knittel bei literaturkritik.de

„Die Autorin erzählt mit subtiler Überzeugungskraft.“ – Markus Jäger, EKZ

Lesung auf der Verlagsseite: