Widerspruch wird nicht geduldet

„Elias Effert ist ein aufstrebender Autor in der DDR in den 60er/70er Jahren. Angefüllt mit Idealen, aber auch mit einer Portion Mut, um in seine Stücke Kritik am Staat und dessen Gebaren zu üben. Nicht nur unterschwellig, sondern auf eine gewisse Weise direkt. Das wird ihm nach und nach zum Verhängnis.“ Ein Buchtipp zum Tag der deutschen Einheit.

Andrin, ein literarischer Kurzurlaub

Eine unbedingte Leseempfehlung spricht Renie von Renie`s Lesetagebuch für „Andrin“ aus:

„Mein Fazit zu diesem Roman:Die Geschichte ist originell, weckt Sehnsüchte und ließ mich vom Alltagsstress in Tagträume hinabgleiten. Ich wurde also in einen literarischen Kurzurlaub geschickt und habe mich dabei prächtig erholt. Nur schade, dass auch der schönste Urlaub irgendwann vorbei ist.“

Die Rezension in voller Länge gibt es hier: https://renies-lesetagebuch.blogspot.com/2020/09/martina-altschafer-andrin.html

Und wer dann Appetit bekommen hat: Der Roman von Martina Altschäfer erschien im Mirabilis Verlag.

 

Dagmar Eger-Offel über „Andrin“

„Das ist das Schöne an diesem Buch: eine einfache, gar nicht komplizierte Paralellwelt fächert sich auf in einer Facettenhaftigkeit, die ihren Glanz aus der dieser Welt zugeneigten Sprache der Erzählerin bezieht.
Vielleicht, weil die Schriftstellerin auch bildende Künstlerin ist, haftet diesem Debütroman eine Liebe in der Gestaltung an, die beim Lesen spürbar ist.“

So eine Besprechung ist wie ein Fest! Der Beitrag von Dagmar Eger-Offel erschien auf dem Blog „Literatur im Fenster“.
„Andrin“ ist der Debütroman von Martina Altschäfer aus dem Mirabilis Verlag.

Andrin: Ein gelungenes Debüt

„Der Schreibstil war es, der mich sofort in die Geschichte gezogen hat. Martina Altschäfer schreibt sehr detailliert, sehr stimmungsvoll, deutet Dinge an, ohne sie jedoch aufzulösen. Sie lässt die Unsicherheiten im Raum stehen, lässt ihre Protagonistin und uns ins Ungewisse treten und dort verharren. Und immer ist da die kraftvolle Natur, die niemanden schont, aber dennoch Halt bietet.“

Sonja vom Blog „Buchweiser“ hat „Andrin“, das Romandebüt von Martina Altschäfer, sehr gern gelesen: „Gelungen!“ lautet ihr positives Fazit.

Zur Rezension: https://buchweiser.com/2020/09/15/rezension-andrin-von-martina-altschafer/

Neuigkeiten!

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Ausgiebig über Bücher spricht das „gemischte Doppel“ beim NDR, bestehend aus Annemarie Stoltenberg und Rainer Moritz. Unter den Buchempfehlungen für den Herbst 2020 ist auch Máirtín Ó Cadhain mit „Die Asche des Tages“ aus dem Kröner Verlag zu finden. Zum Nachhören findet sich die Sendung hier: https://www.ndr.de/ndrkultur/Das-Gemischte-Doppel-Buchtipps-fuer-den-Spaetsommer-Teil-3,audio739266.html

Richard Mayr stellte am 2. September im Feuilleton der Augsburger Allgemeinen den „Federico Temperini“ von Theres Essmann vor. Er meint: „Ein Debüt, das gespannt macht auf mehr“.
https://www.pressreader.com/germany/augsburger-allgemeine-ausgabe-stadt/20200902/281861530897913

Und über die Buchpremiere von Martina Altschäfers Roman „Andrin“ und Vorstellung des Mirabilis Verlags berichtet die Neu-Ulmer Zeitung: https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Literatur-unter-Baeumen-in-Neu-Ulm-Mirabilis-ein-Verlag-fuer-kleine-Wunder-id58034261.html

Eine Leseprobe von „Andrin“

„Trotzdem kam Andrin mir jetzt weniger angespannt vor. Seit wir die Passstraße verlassen hatten, fuhr er mit der schlafwandlerischen Sicherheit des Ortskundigen. So gut es ging, umkurvte er die schadhaftesten Stellen. Für seine Ausweichmanöver war wenig Raum und so blieb es nicht aus, dass es den Jeep abenteuerlich von einer Seite auf die andere warf. Wir Insassen wurden kräftig durchgeschüttelt. Ich hielt mich gleichzeitig an Deckengriff und Sitz fest, um nicht gegen irgendetwas geschleudert zu werden. Andrin hatte nur das Lenkrad zum Festhalten; bei den ärgsten Löchern hob es ihn zentimeterhoch aus seinem Sitz.“

Ein wunderbarer Start für ein Romandebüt: Die Tageszeitung „neues deutschland“ nahm den Roman von Martina Altschäfer in ihre Leseprobenbeilage auf. In voller Länge hier zu sehen und zu lesen: „Die Zeit steht still in Voglweh“.

Literatur unter Bäumen: Premiere von „Andrin“

Ende August erscheint im Mirabilis Literaturverlag mit „Andrin“ das Romandebüt der bildenden Künstlerin Martina Altschäfer – und die Buchpremiere findet bei dem schönen Projekt „Literatur unter Bäumen“ am Samstag, 29. August, in Neu-Ulm statt. Martina Altschäfer und Verlegerin Barbara Miklaw werden den Roman vorstellen, umrahmt von feiner Jazzmusik.

Mehr zu der Veranstaltungsreihe findet sich hier: „Literatur unter Bäumen“.

Zum Buch:

Susanne ist Schriftstellerin und Ghostwriterin. Als sie für einen zahlungskräftigen »Premium«-Kunden eine geschönte Autobiografie verfassen soll, ist sie nahe am Verzweifeln. Ihr Verleger stellt Susanne kurzerhand seine Ferienwohnung in Italien zur Verfügung, um sie zu motivieren. Doch auf der Reise in den Süden verhindert mitten in den Schweizer Alpen ein Steinschlag die Weiterfahrt. Unversehens gerät sie nach Voglweh, eine kleine verfallene Siedlung mit lediglich zwei Bewohnern, die kaum eine Verbindung zur Außenwelt haben und sich selbst versorgen. Aus ursprünglich einer Notübernachtung werden Tage, Wochen, Monate. Susanne taucht immer intensiver hinein in die geheimnisvolle Welt ihrer Gastgeber…

Zur Autorin:

Martina Altschäfer hat Bildende Kunst und Germanistik an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz und Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Ihre künstlerische Arbeit ist unter anderem mit dem Burgund-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz sowie dem Preis des Landes Rheinland-Pfalz für Graphik ausgezeichnet worden. Trotz ihrer großen Vorliebe für das Gebirge lebt und arbeitet sie in Rüsselsheim am Main.

»Andrin« ist Martina Altschäfers Romandebüt, nachdem 2017 bereits ihr Erzählband »Brandmeldungen« mit zahlreichen farbigen Zeichnungen und Textcollagen im Mirabilis Verlag erschienen ist.

Zum Verlag:

Der Mirabilis Verlag ist ein unabhängiger Verlag mit Sitz in Miltitz bei Meißen (Sachsen) und wurde 2011 von Barbara Miklaw gegründet. Anliegen des Verlags ist es, Bücher zu veröffentlichen, die auch lange nach dem Lesen noch in Erinnerung bleiben – der besonderen Sprache, der tiefgehenden und berührenden Erzählung wegen. Programmschwerpunkt sind Erzählungen und Romane, oft in Verbindung mit bildender Kunst.

Verlagsseite: https://mirabilis-verlag.de/

Martina Altschäfer: Andrin, Mirabilis Verlag

Mirabilis Verlag

Susanne ist Schriftstellerin und Ghostwriterin. Als sie für einen zahlungskräftigen »Premium«-Kunden eine geschönte Autobiografie verfassen soll, ist sie nahe am Verzweifeln. Ihr Verleger stellt Susanne kurzerhand seine Ferienwohnung in Italien zur Verfügung, um sie zu motivieren. Doch auf der Reise in den Süden verhindert mitten in den Schweizer Alpen ein Steinschlag die Weiterfahrt. Unversehens gerät sie nach Voglweh, eine kleine verfallene Siedlung mit lediglich zwei Bewohnern, die kaum eine Verbindung zur Außenwelt haben und sich selbst versorgen. Aus ursprünglich einer Notübernachtung werden Tage, Wochen, Monate. Susanne taucht immer intensiver hinein in die geheimnisvolle Welt ihrer Gastgeber…
»Andrin« ist ein Roman, der von der Kraft der Natur erzählt, die ebenso so zerstörerisch wie heilend wirken kann. Und von der Selbstfindung einer Frau, die lernt, sich den Geheimnissen des Lebens zu überlassen.

Martina Altschäfer hat Bildende Kunst und Germanistik an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz und Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Ihre künstlerische Arbeit ist unter anderem mit dem Burgund-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz sowie dem Preis des Landes Rheinland-Pfalz für Graphik ausgezeichnet worden. Trotz ihrer großen Vorliebe für das Gebirge lebt und arbeitet sie in Rüsselsheim am Main.

»Andrin« ist Martina Altschäfers Romandebüt, nachdem 2017 bereits ihr Erzählband »Brandmeldungen« mit zahlreichen farbigen Zeichnungen und Textcollagen im Mirabilis Verlag erschienen ist.

Der Roman liegt ab dem 25. August vor, die Buchpremiere findet am 29. August in Ulm statt. Verlagsinformationen zum Buch: Andrin

Besprechungen:

„Das ist das Schöne an diesem Buch: eine einfache, gar nicht komplizierte Paralellwelt fächert sich auf in einer Facettenhaftigkeit, die ihren Glanz aus der dieser Welt zugeneigten Sprache der Erzählerin bezieht.
Vielleicht, weil die Schriftstellerin auch bildende Künstlerin ist, haftet diesem Debütroman eine Liebe in der Gestaltung an, die beim Lesen spürbar ist.“ –
Dagmar Eger-Offel von Literatur im Fenster

„Der Schreibstil war es, der mich sofort in die Geschichte gezogen hat. Martina Altschäfer schreibt sehr detailliert, sehr stimmungsvoll, deutet Dinge an, ohne sie jedoch aufzulösen. Sie lässt die Unsicherheiten im Raum stehen, lässt ihre Protagonistin und uns ins Ungewisse treten und dort verharren. Und immer ist da die kraftvolle Natur, die niemanden schont, aber dennoch Halt bietet.“Buchweiser

„In ihrem märchenhaften Roman „Andrin“ versetzt uns Martina Altschäfer in eine um Haaresbreite verrückte Parallelwelt, die sie aus der Perspektive ihrer Ich-Erzählerin fantasievoll, mitreißend und unterhaltsam veranschaulicht.“Dieter Wunderlich

„Ich habe diese Sätze gelesen und dachte nur: „WOW“! Diese Autorin kann schreiben!“Monika Abbas

„Absolut positiv ist der hochwertig gestaltete Auftritt des Buches! Das begeistert.“Sabine Krass

„Die Geschichte ist originell, weckt Sehnsüchte und ließ mich vom Alltagsstress in Tagträume hinabgleiten. Ich wurde also in einen literarischen Kurzurlaub geschickt und habe mich dabei prächtig erholt. Nur schade, dass auch der schönste Urlaub irgendwann vorbei ist.“ – Claudia Kowalski bei Renie`s Lesetagebuch

„Martina Altschäfer spielt mit dem Leser, denn sie verrät nie so viel, dass es langweilig wird. Im Gegenteil. Sie verrät immer so viel, dass die Neugierde angefacht wird. Diese Kamera-Schwenks finde ich extrem schlau, abwechslungsreich und interessant.“ – Susanne Probst auf ihrem Blog Lieslos!

 

 

Florian L. Arnold: Pirina

„Später erinnert er sich nicht mehr daran, wie alles an diesem Morgen aussah, wie bald seine Kindheit versinken sollte in den Scherben des Kommenden, doch an die Hand der Mutter, diese herbe, harte, warme Hand, die sich noch einmal in seinen Nacken legte, als wolle sie ihm einen kleinen Trost spenden, an diese Hand erinnerte er sich immer, selbst dann noch, als dieser Tag schon zurückgesunken ist in die ferne und fremde, entfärbte und zauberische Welt, die man Kindheit nennt, wenn ihre Geborgenheiten und Gefährdungen verschwunden sind hinter den Wüsten, die ein langes Leben schafft.“

Florian L. Arnold, „Pirina“, Mirabilis Verlag, 2019

Wir sehen sie jeden Tag in unseren Städten und Dörfern: Junge Männer meist, die ziellos durch die Straßen treiben, auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach Verlorenem, auf der Suche nach einer Zukunft. „UmA`s“ nennt man sie im nackten Behördendeutsch, „Unbegleitete minderjährige Ausländer“, junge Leute, kaum der Kindheit entwachsen, ohne Familie, ohne eine Hand, die hält, in ein fremdes Land gespült. In seinem neuesten Roman vermag der Schriftsteller und Zeichner einem dieser Suchenden eine ganz besondere Stimme zu geben.

„Pirina“ erschien wenige Tage vor der Leipziger Buchmesse und lag dort, praktisch druckfrisch am Stand des kleinen, aber feinen „Mirabilis Verlag“, dem Hausverlag des Ulmer Autors, bereit – vielleicht ist der Roman heute noch nicht in vielen Buchhandlungen zu bekommen, dennoch aber ist er meine große Empfehlung zum diesjährigen Indiebookday.

Florian L. Arnold erzählt – übrigens wie in seinem Vorgängerroman „Die Ferne“ – von Menschen, die in die Welt geworfen werden, von einer Odyssee durch namenslose Länder und Städte. Vom Suchen und Ankommen: Erst als der junge Mann neben einer Unbekannten eine Wohnstatt findet, erst als eine Annäherung zwischen diesen beiden jungen Menschen stattfindet, erst dann wagt er es, seinen Namen auszusprechen, die Bedeutung seines Nachnamens zu erklären: SCHWARZES LAND UNTER WEISSER WOLKE.

Geschichte einer Liebe auf Zeit

Er und Pirina, so heißt die Nachbarin, tauschen ihre Geschichten aus, erzählen einander vom frühen Verlust und der allzu frühen Begegnung mit Gewalt und Grausamkeit.

„Er war ohne Namen und ohne Sprache in dieses Land gekommen. Wenn er Familien zusammen sah, wenn die Eltern ihren Kindern über die Köpfe strichen, trösteten oder tadelten, sah er sich, sah sich in diesen Eltern, er sah sich in den Kindern. Er schlüpfte hinein in Fremdes und Niegewesenes, träumte sich durch die Tage. Was er vermisste, konnte er nicht sagen. Manchmal glaubte er, den Gedanken an alles Verlorene nicht ertragen zu können, erfühlte sich krank und schwach, wenn er an die eigene Familie dachte.“

Wie die beiden Menschen sich annähern, sich für eine abgemessene Zeit Trost und Halt zu geben vermögen, wie in diese Liebesgeschichte aber auch schon ein Ende eingeschrieben ist, das beschreibt Florian L. Arnold ein einer wundersamen poetischen Sprache, die Orte und Zeit der Handlung in etwas Mystisches einwebt. So aktuell das Thema ist, so zeitlos, ja beinahe auch überzeitlich wird es geschildert: Die Länder haben keine Namen, die Namen der Menschen dagegen wirken archaisch, geheimnisvoll, Figuren, wie aus fernen Vergangenheiten kommend. Aber auch das ist stimmig: Den Krieg, Gewalt, Flucht sind überzeitliche Themen, prägen die Welt, seit es Menschen gibt.

Doch nicht nur in die ganz individuelle, eigentümliche Sprache des Autoren kann man sich beim Lesen förmlich einspinnen – bereichert wird das Buch durch die Bilderwelt Arnolds, Illustrationen, die die Magie der Sprache wiedergeben und spiegeln.

Meine große Empfehlung zum #indiebookday: „Pirina“!

Bibliographische Angaben:

Florian L. Arnold
Pirina
Mirabilis Verlag 2019
18, 00 Euro, 192 Seiten, Klappenbroschur, mit zahlreichen Illustrationen
ISBN 978-3-947857-00-5


Mehr Informationen:

https://www.indiebookday.de/
https://mirabilis-verlag.de/

Homepage des Autoren:
http://www.florianarnold.de/

Bild zum Download: Efeu


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Martina Altschäfer: Brandmeldungen

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Bild: (c) Michael Flötotto

„Die Bahnhofshalle, die wir kurz darauf betraten, war prachtvoll ausgestattet und vermittelte auf einen Blick einen Eindruck von der vergangenen Größe und dem ehemaligen Reichtum des Landes. Der eindrucksvolle Raum wurde von einem mächtigen stählernen Himmel überspannt, die Wände zierten meisterhaft ausgeführte Malereien, die von der glorreichen Stadtgeschichte erzählten. Durch schlanke hohe Fenster floss Licht über gleichermaßen geschmackvoll wie bequem aussehende Wartebänke und zauberte grafische Muster auf stumpfe Marmorfliesen. Die Schalter, die sich an beiden Seiten der Halle befanden, waren verwaist, ihre Fensteraugen mit braunem Packpapier verklebt. Ein Hauch von Melancholie umwogte unsere Knöchel und es roch irgendwie abgestanden, nach verbrauchter Zeit.“

Aus der Erzählung „Nach Süden“ aus „Brandmeldungen“, Martina Altschäfer, 2017, Mirabilis Verlag.

Ein Paar strandet auf einem Bahnhof im Süden, kein Zug fährt mehr, das Geld ist weg. So weit, so klassisch. Doch aus dieser zunächst konventionell erscheinenden Erzählsituation bindet Martina Altschäfer ein kleines, surreales Traumgewinde, das uns zunächst in ein unterirdisches Labyrinth führt, in dem der Bahnhofswärter Gegenstände von gestrandeten Reisenden hortet. Ein wenig Unbehagen kommt auf, doch der Tausch zweier gußeisener Pfannen gegen einen Schattenspringer, ein winziges Pferdchen, hilft zurück ins Freie. Und zwei gestohlene Goldbarren verhelfen dem Paar schließlich aus der Stadt …

Diese kurze Umschreibung einer Erzählung aus dem Band „Brandmeldungen“ vermittelt vielleicht einen Eindruck vom Stil, den Martina Altschäfers Stories prägen: Die Hauptfigur, meist eine Ich-Erzählerin, gerät aus einer alltäglichen Situation – ein Verehrer überbringt ein Geburtstagsgeschenk, ein schwarzer Kater stattet dem Garten einen Besuch ab, ein Ritt auf dem Pferd durch die Berge – in eine absurde Verstrickung: Das Geschenk, ein Welpe, beginnt zu fliegen, der Kater beginnt zu sprechen, das Pferd beginnt zu hyperventilieren. Manchmal wird man als Leser auch mitten hineingeschleudert in das skurrile Geschehen – wenn beispielsweise ein Ford Mustang aus der titelgebenden Erzählung den schmalen Wohnungsflur versperrt.

Aus dem Alltäglichen das Wunderbare, Merkwürdige, Abseitige herauszuschälen: Das ist die Kunst, die Martina Altschäfer in diesem kurzem Erzählband pflegt. Hierin liegt auch ihre Stärke – „Der Pekinese“, die Erzählung von einem Kriegsheimkehrer aus den Augen eines Kindes, fällt hier beinahe ein wenig aufgrund der konventionellen Entwicklung ab. Aber ansonsten überwiegen in diesem feinen, schmalen Band die Geschichten, die einen mit ihrer skurrilen Konzeption einfangen. Martina Altschäfer schreibt dabei nicht grell und laut, sondern beinahe zart und still, in den Worten passend zu ihren hintergründigen Illustrationen auf Transparentpapier, die die Erzählungen bereichern.

Die Autorin hat Bildende Kunst und Germanistik an der Johannes Gutenberg Universität in Main und Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Sie wurde für ihre künstlerische Arbeit bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Einen Einblick in ihre Bilderwelt erhält man hier: http://www.altschaefer.de/

Der Erzählband „Brandmeldungen“ erschien im kleinen, feinen Mirabilis Verlag.

Verlagsinformationen zum Buch:
http://mirabilis-verlag.de/produkt/martina-altschaefer-brandmeldungen-erzaehlungen/

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