Bücher fürs Denken ohne Geländer: Online-Präsentation der KrönerEditionKlöpfer

»Mehr Literatur: Bücher fürs Denken ohne Geländer« – unter diesem Motto laden das
Schriftstellerhaus Stuttgart, das Evangelische Bildungszentrum Hospitalhof und der Kröner
Verlag zur Online – Vorstellung der Edition Hubert Klöpfer im Kröner Verlag ein.
Die Veranstaltung findet statt am 15. April 2021 ab 19.30 Uhr.

Im Hospitalhof Stuttgart ( Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart ) stellen die Verleger Alfred Klemm und Hubert Klöpfer die neue Edition vor.

Der Stuttgarter Verlag Alfred Kröner positioniert sich ab dem Frühjahr 2021 neu und wird
zukünftig auch aktuelle deutschsprachige Literatur verlegen. Kröner-Verleger Alfred Klemm hat
sich dazu mit dem renommierten Büchermacher Hubert Klöpfer zusammengetan und die
»Edition Hubert Klöpfer bei Kröner« gegründet. Im Frühjahrsprogramm sind vor wenigen Tagen die ersten sechs Titel erschienen. Bei der Veranstaltung ist die Autorin Daniela Engist mit ihrem Roman »Lichte Horizonte« vertreten, Joachim Zelter mit »Die Verabschiebung« und zugeschaltet aus den USA ist Peter Blickle mit »Andershimmel«.
Moderation: Astrid Braun (Schriftstellerhaus) und Monika Renninger (Hospitalhof)

Die Veranstaltung, eine Kooperation vom Stuttgarter Schriftstellerhaus e.V., dem Verlag Alfred Kröner und dem Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart, findet online statt. Ein Kostenbeitrag ist nicht notwendig, eine Reservierung ist unter diesem Link möglich:

https://www.hospitalhof.de/programm/150421-mehr-literatur-buecher-fuers-denken-ohne-gelaender/

Wenige Tage später, am Dienstag, 20. April, wird Walle Sayer seinen Band „Nichts, nur“ bei den Dornstetter Buchwochen vorstellen. Mehr Informationen dazu gibt es hier: https://www.dornstetten.de/gaeste/veranstaltungen/online-lesung-mit-walle-sayer-annette-rieger-nichts-nur-id_1463/

Dieses wunderbare Lesebuch, das Gedichte, Prosagedichte und Erzählminiaturen von Walle Sayer aus 35 Jahren enthält, wurde bereits ausführlich bei Signaturen besprochen: https://signaturen-magazin.de/walle-sayer–nichts,-nur.html

.Und wer einen Eindruck von Joachim Zelters „Die Verabschiebung“ gewinnen möchte, dem sei am 10. April die WDR-Sendung „Gutenbergs Welt“ empfohlen, die sich um „Recht oder Gesetz“ dreht: https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-gutenbergs-welt/recht-oder-gesetz-100.html

Mirabilis Verlag: Wer denkt sich die Wörter aus?

Auch wenn in Filmen, in Büchern und in so mancher Gute-Nacht-Geschichte viele Tiere sprechen: Sprache ist nur dem Menschen eigen und sein wichtigstes Mittel der Verständigung. Sprache sei ganz und gar die klügste und wichtigste Erfindung der Menschheit – so heißt es in manch einer Schrift zur Sprache. Doch ist Sprache wirklich eine Erfindung – so wie der Buchdruck von Johannes Gutenberg oder die Dampfmaschine von James Watt? Wenn das so ist – wer hat sie dann erfunden? Wenn Sprache aber gar keine Erfindung ist, was ist sie dann? Hat sie einen Anfang und ein Ende? Warum gibt es so viele davon? Was machen wir mit Sprache? Und was macht sie mit uns? Warum verändert sich Sprache? Wer denkt sich die Wörter aus? Und wozu ist Grammatik gut? Auf diese und andere Fragen gibt das Kindersachbuch erste Antworten: Wer bestimmt, was die Wörter bedeuten?
Warum sterben manche von ihnen? Gibt es eigentlich für alles ein Wort?

ZIELGRUPPE: Das Buch richtet sich an Kinder ab 10 Jahren. Sie sollen für Sprache sensibilisiert, aber auch unterhalten werden. Gleichzeitig hilft es Erwachsenen dabei, das Interesse der Kinder an Sprache zu fördern. Die Texte gehen von Alltagsbeobachtungen aus und nehmen zahlreiche Anleihen bei der Kinder- und Jugendliteratur auf. Die Illustrationen sind dabei oft ebenso mehrdeutig und metaphorisch wie die Wörter.

BEGLEITANGEBOTE:  Hörbeispiele, weiterführende Informationen, Anregungen und Spiele zum Buch gibt es unter www.sprachfutter.de (derzeit noch im Aufbau). Dies alles lädt zu einer Wort-Schatz-Suche der besonderen Art ein. Zudem sind zwei Folgebände bereits in Planung – die Wortschatzsuche geht also weiter!

DIE AUTOREN:

BRIGITTE SCHNIGGENFITTIG arbeitet als Dolmetscherin und Übersetzerin und lehrt seit 1985 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur deutschen und zur polnischen Sprache.

DR. JÖRG WAGNER promovierte in Angewandter Sprachwissenschaft. Seit 1993 lehrt er Sprachwissenschaft am Germanistischen Institut der Universität Halle.

DIETER GILFERT studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein. Seit 1978 arbeitet er freischaffend als Maler und Grafiker in Halle (Saale).

Bibliographische Angaben:

Brigitte Schniggenfittig, Jörg Wagner: 
Wer denkt sich die Wörter aus? Eine Wort-Schatz-Suche.
Sachbuch für Kinder ab 10 Jahren
mit Illustrationen von Dieter Gilfert
Mirabilis Verlag, April 2021
ISBN 978-3-947857-12-8
112 Seiten, 19 cm x 24 cm
Hardcover, Fadenheftung
19 € [D]  19,60 € [AT]

Das Buch erscheint am 30. April. Rezensionsexemplare können gerne hier oder beim Mirabilis Verlag angefragt werden: https://mirabilis-verlag.de/.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um Werbung/gesponserter Beitrag

Walle Sayer: Nichts, nur

Nichts, nur

Nichts, nur der Vollmond, der sich spiegelt im ruhigen Wasser, ein an den See entrichteter Obolus der Nacht. Nichts, nur ein paar Raben, Funktionäre der Farbe Schwarz, hocken im Geäst, zerkrächzen die Sicht. Nichts, nur die Runde am Nebentisch, Schaumkronen setzen sie sich auf, erlassen ihre Edikte, danken ab. Nichts, nur: diese Tonfolge, dieser Auftakt.

Gegenden, Landschaften, Orte, ein Figurenkabinett, die Her­kunft, der Historienhauch, das Antlitz der Dinge, Wortfährten, Alltagsbühnen: „Nichts, nur“ versammelt Gedichte, Prosage­dichte und Erzählminiaturen von Walle Sayer aus 35 Jahren des Schreibens. „Nichts, nur“ ist ein Lesebuch, Kompendium, Querschnitt und Zwischensumme des Schriftstellers aus dem Schwarzwald.

Walle Sayer schreibt selbst dazu: „Konturiert sich eine Geschichte, hat es etwas von einer Er­zählminiatur. Ich glaube, wenn ein Lyriker erzählt, sucht er den Punkt, den Augenblick, die Wendung, den Gedankensprung, mit dem oder durch den Prosaisches in Poesie übergeht.“

Obwohl das Buch erst am 18. März offiziell im Kröner Verlag erscheint, kann man sich jetzt schon einen Eindruck machen. Gedok Stuttgart lädt ein zu »Sprachlandschaften«, einer Online-Leseperformance am Sonntag, 14. März um 15 Uhr.

Fünf preisgekrönte Schriftsteller*innen der verschiedensten Gattungen aus Baden-Württemberg präsentieren Textminiaturen und -fragmente in Form einer Live-Lese-Collage. Aus den individuellen Arbeiten entstehen in der fragmentarischen Zusammenschau neue Sprachlandschaften. Daniel Oliver Bachmann verbindet die verschiedenen Textfragmente mit den Klängen seiner Handpan.Mit dabei: Daniel Oliver Bachmann, Beate Rygiert, Tina Stroheker, Eva Christina Zeller und eben Walle Sayer, der Einblick in „Nichts, nur“ gewährt.

Die Veranstaltung ist kostenlos und unter folgendem Link anzusehen: https://youtu.be/sWiJnOFVVO4.

Walle Sayer lebt mit seiner Familie in Horb und schreibt Gedichte und Prosa. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, u. a. den Thaddäus-Troll-Preis, den Förderpreis zum Hölderlinpreis, das Hermann-Lenz-Stipendium, den Berthold-Auerbach-Preis, die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg, den Ludwig-Uhland-Förderpreis, das Spreewald Literaturstipendium, den Basler Lyrikpreis fürs bisherige Gesamtwerk sowie den Gerlinger Lyrikpreis. Er ist Mitglied im deutschen PEN.

Walle Sayer. Bild: Karl-Heinz Kuball

Angaben zur Veranstaltung: Leseagentur Sabine Fecke
Informationen zum Buch: Kröner Verlag
Pressekontakt und Rezensionsexemplare: b.boellinger@kroener-verlag.de

Ein Besuch bei Aufklappen

Was aufklappen, was nicht? Eine gute Orientierungshilfe ist für mich da schon seit einiger Zeit der Literaturblog „Aufklappen“. Nicht immer muss man einer Meinung mit den Rezensenten sein, aber die Kritik bei Aufklappen ist immer fundiert, wohldurchdacht und bietet nachvollziehbare Gründe. Und vor allem wird das Team seinem eigenen Anspruch gerecht: „Geboten wird unterhaltsame Literaturkritik mit Niveau und einem klaren Urteil.“

Hubert Klöpfer (links) und Alfred Klemm, Kröner Verlag. Bild: Yvonne Berardi

Seit einiger Zeit veröffentlicht Aufklappen auch Gespräche mit Akteuren aus dem Literaturbetrieb, so mit der Schriftstellerin Iris Wolf, dem Literaturwissenschaftler Jan Süselbeck und nun mit Verleger Hubert Klöpfer. Das freut mich natürlich ungemein, da Hubert Klöpfer als Programmleiter beim Kröner Verlag, für den ich die Pressearbeit leiste, die „Edition Hubert Klöpfer“ herausgibt. Bei „Aufklappen“ spricht er über die Höhen und Tiefen eines Verlegers, der leidenschaftlich dem guten Buch verpflichtet ist.

Ein Auszug:

Allzu abgebrüht darf man nicht sein, bevor man einen Verlag gründet? Wenn man alle Tücken des Betriebs kennt, bringt man gar kein Buch mehr heraus? 

„Das ist nicht schlecht, das ist gut formuliert, ja. Ich glaube, so wie es uns ging, geht es vielen jungen Verlegerinnen und Verlegern. Es gehört eine herzhaft naive Leidenschaft dazu. „Wir schaffen das“, man glaubt ans gute Buch, ans schöne Buch, und hat das Gefühl, hat die Hoffnung, mit Literatur etwas zu bewirken. Diese Naivität bringt einen überhaupt erst zum Handeln. Irgendwann stößt man sich den Kopf schon von selber an. Und man stößt ihn sich überhaupt immer wieder an. Aber freilich gibt’s halt auch immer die verlegerische Freude und Lust, zu erleben, zu spüren, wie sich aus einer ersten Idee etwas Größeres, Stärkeres entwickelt. Wie eine Autorin, ein Autor ihr resp. sein Thema, seinen Erzählton findet. Verlegerinnen und Verleger sind Hebammen auch.“

Das Interview in ganzer Länge gibt es hier zu lesen: „Literatur als Einmischung und Eroticum“

Zum Blog: https://aufklappen.com/

Mirabilis Verlag: Das neue Programm ist da!

„Zwischen Streuobstwiesen und dem Elbtal, nahe der schönen Stadt Meißen, liegt der Sitz des unabhängigen Mirabilis Verlags, den ich 2011 gegründet habe. Jährlich erscheinen vier bis sechs Bücher – schön gestaltet und inhaltlich wertvoll.“

So, wie Verlegerin Barbara Miklaw ihren Verlag vorstellt, möchte man am liebsten sofort zu einem Verlagsbesuch aufbrechen und auf einer schönen Wiese über das neue Programm plaudern. Dieses ist jetzt gedruckt und steht auch hier zum Download bereit: https://bit.ly/3pTIOvW

Drei Neuheiten bietet der Mirabilis in diesem Frühjahr: Den Generationenroman „Wöbkenbrot und Pinselstrich“ von Jürgen Meier sowie zwei neue Kinderbücher. „Wer denkt sich die Wörter aus?“ erzählt spannend und kindgerecht von der Entwicklung der Sprache. Und „Die Brücke. Wie funktioniert dein Gehirn?“ erläutert anschaulich die Funktionsweise unseres wichtigsten Organs.

Rezensionsexemplare können direkt beim Verlag (post@mirabilis-verlag.de) oder hier (kontakt@birgit-boellinger.com) angefordert werden.

Kennzeichnung: Bei diesem Beitrag handelt sich um Werbung im Rahmen meiner Pressearbeit für den Mirabilis Verlag.



Die Edition Hubert Klöpfer im Kröner Verlag

Wie bereits hier angekündigt, erscheint im Alfred Kröner Verlag Stuttgart ab dem Frühjahr 2021 auch deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Programmverantwortlich ist dafür der renommierte Verleger und Büchermacher Hubert Klöpfer. Und das sind die ersten sechs Titel in der neuen Edition Hubert Klöpfer, die Mitte März erscheinen:

Mehr Informationen finden sich in der Frühjahrsvorschau: https://www.book2look.com/book/98T3MHi8ch

Ein Heft mit Leseproben und Rezensionsexemplare können unter der Email b.boellinger@kroener-verlag.de angefragt werden.

Neuerscheinung: »Das Wanderkind« im Kröner Verlag

Mit »Das Wanderkind« der frankokanadischen Schriftstellerin Aude macht der Kröner Verlag erstmals ein Werk dieser Autorin dem deutschsprachigen Publikum zugänglich. Eine feine, melancholische Erzählung, die mit viel Gespür für die Innenwelt ihrer Figuren die Geschichte eines ungleichen Zwillingspaares erzählt.

»Das Kind regt sich in ihr, als ob es auf sich aufmerksam machen wollte. Sie fühlt jetzt keine Wut und keinen Abscheu mehr, eher ein sonderbares Mitleid für das Kind, das nur noch seinen kalten, erstarrten Schatten umarmt. Es muss den entseelten, an ihn geschmiegten Körper seines Bruders spüren.«

Ein Zwillingspaar, der eine groß und kräftig, der andere klein und zerbrechlich. Einem von ihnen ist es bestimmt, den anderen am Leben zu erhalten. Ein kleiner, sehr feiner, beinahe märchenhafter Roman über die Brüchigkeit des Lebens und die schmerzhafte Schönheit menschlicher Bindungen.

Ausgezeichnet mit dem Großen Leserpreis von Elle Québec, auf der Shortlist des Prix Ringuet. Trois. Revue d’écriture et d’érudition urteilte direkt nach dem Erscheinen 1998: »Diese Autorin beherrscht die Kunst, eine ganze Welt wie selbstverständlich zu erschaffen, obwohl nichts davon glaubwürdig wäre ohne ihren unvergleichlichen Stil.«

Claudette Charbonneau alias Aude wurde in 1947 Montréal geboren und gilt als eine der wichtigsten Figuren der frankokanadischen Literaturszene. Nach dem Studium unterrichtete sie in Québec Kreatives Schreiben und Literaturtheorie. Ihr preisgekrönter Kurzgeschichtenband Cet imperceptible mouvement (1997) erschien 1998 auf Englisch (The Indiscernible Movement). Nach einer Phase des düsteres Erzählens über Wahnsinn und Tod wandte sie sich mit L’enfant migrateur einer hoffnungsfrohen Weltsicht zu. Aude starb 2012 an Leukämie. Sie wurde posthum zur Ehrenpräsidentin des nach ihr benannten Centre Aude d’études sur la nouvelle zur Förderung der Gattung Kurzgeschichte.

Ina Böhme studierte Romanische Philologie und Interkulturelle Deutsch-Französische Studien in Marburg, Poitiers, Aix-en-Provence und Tübingen. Nach mehreren Jahren in Frankreich lebt sie inzwischen als literarische Übersetzerin in Berlin. 2018 war sie Stipendiatin des Georges-Arthur-Goldschmidt-Programms für junge Literaturübersetzer und erhielt 2019 ein Initiativstipendium des Deutschen Übersetzerfonds.

Informationen zum Buch:
Aude
Das Wanderkind
Roman. Aus dem Französischen von Ina Böhme
Erscheint am 1.2.2021, 120 Seiten, Halbleinen mit Lesebändchen
https://www.kroener-verlag.de/details/product/das-wanderkind/

Poesie, geerdet am Kartoffelfeuer

eiszapfengesäumt
das uralte dach im hof
hoch-zeit des winters

Petra C. Erdmann

Bild von katharinakanns auf Pixabay

Manchmal ist weniger mehr. Und es braucht nur wenige Worte, um ganze Welten zu entwerfen, mit wenigen Zeilen und einem zarten Pinselstrich Landschaften und Bilder zu zeichnen. Das vermag die Kunst des Haiku-Dichtens: In ihrer strengsten, traditionellen Auslegung bestehen diese japanischen Gedichte aus drei Zeilen mit der Silbenstruktur 5-7-5.

Zwei, die diese reduzierte Form nicht nur perfekt beherrschen, sondern es dabei auch schaffen, miteinander in einen Dialog zu treten, sind Petra C. Erdmann und Janette Bürkle Szalys. Bereits 2015 haben sie im Mirabilis Verlag mit „der tulipan entblättert sich und amor schleicht ins land“ einen gemeinsamen Band veröffentlicht. Und nun schleicht sich die Liebe zur genauen Beobachtung unserer Welt wieder in die Leserherzen: „goldfüchse im schnee und ganz leise lacht ein faun“ heißt das neue Buch der beiden Dichterinnen.

Liebevoll gestaltet und gesetzt, führen die Goldfüchse und der Faun durch die Jahreszeiten. Auf jeder Seite finden sich zwei Haikus, die miteinander korrespondieren – so antwortet Janette Bürkle Szalys gewissermaßen auf die Eiszapfen am Hofdach:

mitternachtsstille
im gebälk unter dem dach
raspelt ein holzwurm

Kleine Szenen, die zu Bildern werden, Erinnerungen freisetzen, träumen lassen – so führt die Kunst des Haiku unaufdringlich auch zum Kern der Philosophie, die dahinter steht: Über die Schrift hinaus die eigene Natur zu schauen.

Was die Miniaturen der beiden Dichterinnen jedoch auch ausmacht, ist über die genaue Beobachtungsfähigkeit hinaus ein warmer, leiser Humor, der aus vielen Zeilen spricht, eine zärtliche Hingabe an die Welt. Ein wunderbares Beispiel dafür ist ein Dialog über lümmelnde Katzen und Katzenjammer – eine Seite des Buches, die man mit einem stillen Lächeln verlässt, zumindest als Katzenliebhaberin.

Ein Gedicht für sich ist das Nachwort des Poeten Imre Török, der über „goldfüchse im schnee und ganz leise lacht ein faun“ schreibt: „Eine poetische Sammlung zartblauer Träume, geerdet am Kartoffelfeuer.“

Mehr Informationen zum Buch beim Mirabilis Verlag unter diesem Link.

Hinweis: Für den Mirabilis Verlag bin ich als Pressereferentin tätig.

Preis der Akademie für gesprochenes Wort – Uta Kutter-Stiftung und des PEN-Zentrums Deutschland e.V.

Bild von World-fly auf Pixabay

Pressemitteilung der Akademie für gesprochenes Wort:

Das Jubiläum zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins mit rund 700 geplanten Veranstaltungen wurde durch die Corona-Pandemie jäh unterbrochen. Viele Lesungen und Konzerte, Aufführungen und Ausstellungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Zugleich wuchs die Sorge um die Auswirkungen der Pandemie. In dieser eigentümlichen und bedrohlichen Konstellation wurde immer wieder auf das Hölderlinwort aus der Hymne Patmos verwiesen: Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch

Hölderlins Verse verströmen – gerade in ihrer dialektischen Spannung – Trost und Zuversicht. Doch worauf fußt die Zuversicht, worin ist die Hoffnung jenseits ihrer rhetorischen Kraft begründet? Welche Einsichten und Aussichten lassen sich aus den Versen gewinnen, welche Erkenntnisse und Erfahrungen mit ihnen verbinden?

Die Akademie für gesprochenes Wort – Uta Kutter-Stiftung und das PEN-Zentrum Deutschland greifen mit der Preisfrage Wächst das Rettende auch? ein Diskursformat auf, das zu Hölderlins Lebenszeit sehr verbreitet war und den Austausch zwischen Wissenschaft bzw. Literatur und Gesellschaft fördern sollte. Akademie und PEN regen damit zur literarischen Auseinandersetzung mit individuellen und sozialen Dimensionen der aktuellen Krise und ihrer geistigen Bewältigung an.

Die Preisfrage wird ausgeschrieben als offener, anonymer Wettbewerb. Es werden zehn Preise mit einem Gesamtumfang von 20.000 Euro ausgelobt. Eingereicht werden können Essais, Prosa, Poesie und dramatische Texte mit max. 15.000 Zeichen (ohne Leerzeichen). Jede/r Teilnehmer/in kann nur einen Text einreichen. Der Text muss unveröffentlicht sein. Über die Zuerkennung des Preises / der Preise entscheidet eine Fachjury. Die ausgewählten Texte werden veröffentlicht in der Edition Hubert Klöpfer bei Kröner, Stuttgart.

Alle weiteren Informationen finden sich hier: http://www.akademiepreis.gesprochenes-wort.de/