Jung, Azubi – und Teilhaberin: Frischer Wind im Buchhandel

Seit Jahren wird der stationäre Buchhandel totgesagt. Aber gerade in der Corona-Krise zeigten sich die kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen besonders widerstandsfähig und flexibel. „Der Buchhandel hat eine Perspektive – allerdings muss man bereit sein, neue Wege zu gehen“, sagt Rasmus Schöll.

Der 34jährige, der vor drei Jahren die Ulmer Traditionsbuchhandlung Aegis übernahm, hat diese durch Kreativität und viel Einsatz bereits überregional zu einer Marke gemacht. Doch nun geht der Buchhändler einen Schritt weiter: Im Frühjahr wurde, mitten im Lockdown, eine „Schwesterbuchhandlung“ im Ulmer Stadtteil Söflingen eröffnet. Und dies mit einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell. Die gleichberechtigte Teilhaberin von Rasmus Schöll im Söflinger Laden ist zugleich seine Auszubildende: Die 25jährige Franziska Pentz. Die junge Frau, die einen Bachelor in American Studies und einen Master in Englischer Literatur hat, macht derzeit ihre Ausbildung bei Aegis Ulm, das als Einzelunternehmen von Rasmus Schöll geführt wird.

Rasmus Schöll und Franziska Pentz im Söflinger Laden.

Bild: Bruno Tenschert

Für die neue Buchhandlung im Ulmer Stadtteil Söflingen suchte Schöll eine alternative Geschäftsform zur üblichen Filiale. „Die Idee mit der Teilhaberschaft entstand auch aus dem Gedanken heraus, dass ich so die Möglichkeit habe, hochqualifizierten Mitarbeitern eine Perspektive zu geben“, erläutert der Buchhändler. Franziska Pentz, die eine Ausbildung zur Buchhändlerin bei Aegis Ulm begonnen hatte, war sofort dabei. „Natürlich überlegt man sich das zweimal, schließlich legt man sich ja auch relativ jung auf diesen Weg fest“, so Franzi Pentz. „Aber der Traum von einem eigenen Buchladen war eben immer auch da.“

Eine Pressemitteilung im Auftrag der Buchhandlung Aegis. Das Börsenblatt hat mit Franziska Pentz und Rasmus Schöll ein doppelseitiges Interview dazu veröffentlicht (Bezahlschranke): https://www.boersenblatt.net/news/buchhandel-news/wir-brechen-aus-der-buchhaendlerischen-filterblase-aus-181993

https://aegis-literatur.buchhandlung.de/shop/

Turn the radio on!

Was haben ein Kölner Taxifahrer und ein alter Geiger miteinander zu tun, wie kommen Eric Clapton und Paganini zusammen? Silke Arning hat mit Theres Essmann gesprochen und stellt morgen (Samstag, 12.6., ab 14.05) bei SWR 2 deren Debüt „Federico Temperini“ vor:

Wer jetzt schon lauschen mag: Begleitet von Paganinis Musik kann man auch die Autorin selbst im Beitrag hören.



Bild von Lubos Houska auf Pixabay

Noch mehr Literatur im Radio: Journalist und Moderator Günter Keil stellt auf seiner zweiwöchigen Literatursendung bei egoFM ausgewählte Bücher vor. In guter Gesellschaft ist dabei morgen (12.6., 14.00 bis 16.00 Uhr) Daniela Engist mit ihrem Roman „Lichte Horizonte“. Die Sendungen gibt es auch zum Nachhören:
https://www.egofm.de/blog/freizeit/egofm-buchhaltung-die-literatursendung-mit-gunter-keil

Und, zum Abschluss eines rundum gelungenen Radio-Wochenendes ist die Freiburger Autorin am Sonntag (13.6., ab 20.00 Uhr) in SWR 4 in der Sendung „Kultur in Baden-Württemberg“ zu hören:

Jürgen Meier: Wöbkenbrot und Pinselstrich

In seinem neuen Roman „Wöbkenbrot und Pinselstrich“ erzählt der Hildesheimer Schriftsteller Jürgen Meier die Geschichte zweier Familien im vergangenen Jahrhundert – und damit auch die Geschichte dieses Jahrhunderts.

Begeistert äußert sich Konstantin Wecker über dieses Buch:
»Am Schicksal zweier Familien entfaltet Jürgen Meier ein Kaleidoskop der Geschichte von der Kaiserzeit bis zur Studentenbewegung der Nachkriegszeit. Er erzählt von tiefer Verstrickung in die nationalsozialistische Ideologie, von Verblendung und großer Schuld und von einer jungen Generation, die sich aus dem Kreislauf von Ideologie und Habgier befreien will.«

ZUM ROMAN:
Johannes Becker beginnt 1910 ein Ingenieursstudium in Chemnitz und heiratet kurz darauf. Als er zunehmend der völkischen Ideologie der Nationalsozialisten folgt, wendet sich seine Frau von ihm ab. Ähnlich zerrissen ist die Familie Meyer in Ostwestfalen. Der Vater Karl nutzt die Machtübernahme der Nazis aus, um sich an jüdischem Eigentum zu bereichern. Sohn Gottfried, von seiner Mutter aus einem tiefen Friedenswunsch heraus so genannt, folgt dessen Begeisterung für Hitler und zieht in den Krieg. Er lernt Ingeborg Becker, die Tochter von Johannes, kennen und heiratet sie. Trotz schwerer Verwundungen und langer Kriegsgefangenschaft bleibt er auch in der Nachkriegszeit unverändert. Tief geprägt von der nationalsozialistischen Ideologie setzt er seine Kommunistenhetze und seinen Hass auf Juden fort. Ein Unverbesserlicher, der aus dem Krieg und der großen Menschheitskatastrophe nichts gelernt hat. 

Ein schweres Erbe für die nachfolgende Generation: Sohn Georg befreit sich aus dem Muff der Vergangenheit und schließt sich dem anarchistischen Geist der Studentenbewegung an.

ZUM AUTOR:
Jürgen Meier lebt in Hildesheim, wo er lange Leiter der Öffentlichkeitsarbeit am Stadttheater war und die Werbeagentur Aickele & Meier gründete. Seit 1997 ist er als selbstständiger Autor und Journalist tätig. Von ihm liegen zahlreiche Dokumentarfilme, u. a. für NDR und MDR, Buchveröffentlichungen, Radioserien und Theaterstücke vor. 

https://www.autorjuergenmeier.de/

INFORMATIONEN ZUM BUCH:

Jürgen Meier
Wöbkenbrot und Pinselstrich
Mirabilis Verlag, Juni 2021
344 Seiten, Hardcover, Schutzumschlag, Fadenheftung; 14 cm x 22 cm, 24,00 Euro
ISBN 978-3-947857-08-1

Der Roman erscheint am 20. Juni 2021
www.mirabilis-verlag.de

Wer Autor und Roman kennenlernen möchte – im Rahmen von Leipzig liest extra findet heute, 17.00 Uhr, diese Vorpremiere samt Livestream statt:
https://www.youtube.com/watch?v=y3zNeIBZdzQ

Leipzig liest extra – und der Mirabilis Verlag ist mit dabei

„Nächstes Jahr wieder, in Leipzig!“ – ach, wer hätte 2019 ahnen können, dass der Abschiedsgruß von mir an Barbara Miklaw, Inhaberin des Mirabilis Verlags, nicht in Erfüllung gehen würde. Und dass auch 2021 kein Treffen und Plaudern an ihrem Stand möglich wäre…

Die Leipziger Buchmesse ist für alle, die Bücher lieben, ein ganz besonderer Ort. Aber zumindest gibt es in diesem Jahr wieder Lesungen, können sich Autoren und einige wenige Gäste in Leipzig von Angesicht zu Angesicht sehen. Und alle anderen haben die Möglichkeit, das Angebot online zu verfolgen.

Der Mirabilis Verlag ist mit zwei Lesungen dabei:

Eine vorgezogene Buchpremiere gibt es mit dem Schriftsteller Jürgen Meier – er liest aus seinem neuen Roman „Wöbkenbrot und Pinselstrich“, der Ende Juni im Mirabilis Verlag erscheint. Ein Roman, der die Verstrickung zweier Familien in die nationalsozialistische Ideologie beschreibt – ein Generationenroman, von dem sich Konstantin Wecker, der das Buch vorab las, absolut begeistert zeigte.

Reinhören und den Autor sowie sein neues Buch vorab etwas kennenlernen kann man am Donnerstag, 27. Mai, 17.00 Uhr, bei der Lesung im Gohliser Schlößchen. Es moderiert Michael Hametner.
Der Link zum Programm der Leipziger Buchmesse:
https://www.leipziger-buchmesse.de/ll/buchmesse/47485
Und hier der Link zum Onlinestream der Lesung: https://www.youtube.com/watch?v=y3zNeIBZdzQ

Bereits erschienen und mit positiven Rezensionen bedacht ist die Novelle „Die Zeit so still“ von Florian L. Arnold. Er liest am Freitag, 28. Mai, um 19.30 Uhr, beim Forum der unabhängigen Verlage. Die Lesung findet gemeinsam mit Marica Bodrožić, beide berichten über die Auswirkungen dieser Pandemie auf ihr Leben und ihr Schreiben.
Programmankündigung: https://www.leipziger-buchmesse.de/ll/buchmesse/49591
Die komplette Veranstaltungsübersicht für die unabhängigen Verlage sowie die Tickets für Besucher vor Ort und die Links zu den Livestreams finden sich hier: https://www.kurt-wolff-stiftung.de/leseinsel/

#indiebookchallenge: Daniela Engist und das Paar am Strand

Der „indiebookday“ ist gewissermaßen der Feiertag der unabhängigen Verlage. Seit einigen Jahren wird dieser Tag, der die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Programme aus der deutschprachigen Verlagslandschaft lenken soll, durch die „indiebookchallenge“ ergänzt: Monatlich gibt es ein wechselndes Thema, zu dem Verlage, Buchhandlungen und Literaturvermittler unter den jeweiligen Hashtags thematisch passende Beiträge veröffentlichen. Alle Informationen zur #indiebookchallenge 2021 finden sich hier:
https://www.indiebookday.de/indiebookchallenge/

Erstmals mit an Bord ist der Kröner Verlag in diesem Mai. Gemeinsam mit dem Verlagskollegen von danube books, mit dem Blog LITAFFIN und der Buchhandlung Pankebuch sowie der Buchhandlung Markus stellt sich der Verlag als Pate für ein Cover mit Gemälde zur Verfügung.

Im März veröffentlichte Daniela Engist ihren Roman „Lichte Horizonte“ im Kröner Verlag. Das Cover ziert ein Gemälde des Malers Alex Colville, „Couple on beach“. Warum ihre Wahl auf dieses Bild fiel und wie es mit dem Roman korrespondiert, darüber spricht Daniela Engist im Interview:

Wie kamen Sie auf dieses Gemälde?

Auf den Maler Alex Colville hat mich Peter Stamm gebracht, der mir mal ein Bild zeigte, das er gerne für eines seiner Bücher gehabt hätte, woraus aus gewissen Gründen aber nichts geworden ist. Es war ein seltsames Bild, aber seltsam schön, und ich habe ein wenig gestöbert, was Colville sonst noch gemacht hat. Kunsthistorisch wird er zum Magischen Realismus gezählt, Tiere spielen in seinem Werk eine große Rolle. Vor allem aber hat er Porträts von Menschen in alltäglichen Situationen gemalt, sie sind altmeisterlich nach strengen Regeln komponiert, minutiös in der Ausführung und zurückhaltend in der Farbgebung – aber emotional stark, berührend.

Als es ums Cover für „Lichte Horizonte“ ging, habe ich mich daran erinnert und bin direkt an „Couple on Beach“ hängen geblieben. Das Bild stammt von 1957 und zeigt den Künstler und seine Frau Rhonda am Strand, ein sogenanntes verdecktes Doppelporträt. Verdeckt, weil man die Gesichter nicht sieht. Die Figuren sind ganz bei sich, abgewandt vom Betrachter.

Welche Assoziationen löste es aus?

Die Intimität, die diesem Bild eingeschrieben ist, hat mich sofort fasziniert. Es ist ein inniger Moment, auch ein Moment der erotischen Anziehung, aber ohne jede Anzüglichkeit, eine Art erotische Zugehörigkeit, wenn es das denn gibt. In Colvilles Bildern ist es ganz häufig so, dass sich die Figuren einander nicht direkt zuwenden, sie bleiben in einem Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz.

Welche Verbindungen hat das Bild zum Roman?

Nähe und Distanz spielen auch im Roman eine zentrale Rolle. Lasse ich mich auf einen anderen Menschen ein und wie weit gehe ich dabei? Wieviel von mir muss ich in eine Beziehung hineingeben, damit sie gelingen kann? Ab welchem Punkt gehe ich mir selbst verloren?

Und dann die Frage der gegenseitigen Wahrnehmung. Das Paar auf dem Gemälde nimmt sich nicht in den Blick. Sie hat einen Sonnenhut über dem Gesicht, scheint zu schlafen, bei ihm ist kaum zu sagen, ob er auf ihren Körper blickt oder nicht doch aufs Meer hinaus. Auch die Figuren in meinem Roman machen sich ihr Bild vom anderen, ohne allzu genau hinzuschauen, versuchen mit geschlossenen Augen zu sehen. Das erinnert an die Grundidee des Magischen Realismus selbst, die Synthese von gegenläufigen Wirklichkeiten, zu der auch meine Ich-Erzählerin tendiert. An einer Stelle sagt sie: „Ich habe eine Neigung, ein Bedürfnis sogar, die Welt anders sehen zu wollen, als sie ist. Manchmal würde ich gerne allen ins Gesicht schreien: Die Welt ist nicht so, wie ihr sagt!“

Wie korrespondieren Titel und Cover?

Daniela Engist. Bild: Anja Limbrunner

Im Versuch ihre Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, beschließt Anne, die Erzählerin ihrer eigenen Geschichte zu werden. Dabei entfernt sie sich mehr und mehr von ihrem Mann Alexander, innerlich und äußerlich. Geografisch gesehen geht die Bewegung immer weiter nach Westen bis ins bretonische Finistère, wo sie ihr Buch zu Ende schreibt, während sie auf Stéphane wartet. Dort gibt es nur noch Meer und Himmel und Horizont – so wie auf Colvilles Gemälde. Der Strand am „Ende der Welt“ ist ein Ort, an dem man eine Weile unschlüssig auf und ab wandern kann, von dem aus es aber nur noch den Aufbruch zu neuen Ufern oder die Umkehr gibt. Und es ist ein Ort, den man verändert verlassen wird, egal für welchen Weg man sich entscheidet.

Warum ist das Bild auf dem Cover gedreht?

Das gehört zu den glücklichen Zufällen, die sich im ersten Moment wie eine Katastrophe anfühlen. In der Programmvorschau sah das Buch ja noch ein bisschen anders aus. Kurz vor Drucklegung ließ die National Gallery of Canada den Verlag wissen, dass sie nun doch nur das ganze Gemälde und keinen Ausschnitt, wie ursprünglich geplant, verwenden dürften. Vom Ansinnen her verständlich, es ging um die Integrität des Kunstwerks. Aber der Zeitpunkt! Praktisch über Nacht waren wir alle gezwungen, eine neue Perspektive einzunehmen, auf die ohne diesen Impuls niemand gekommen wäre. Der Grafiker hat fantastische Arbeit geleistet. Mich macht das gegen die Sehgewohnheiten gedrehte Cover, das dem Buch so sehr entspricht, ganz glücklich. Es ist tatsächlich nochmal besser als der ursprüngliche Entwurf.

Werkdaten

Alex Colville, Couple on Beach, 1957
Material: Kaseintempera auf Hartfaserplatte
Abmessungen: 73,4 x 96,4 cm
National Gallery of Canada, Ankauf 1959

Weiterführende Informationen zu Colville

http://alexcolville.ca

Wo kann man Colville im deutschsprachigen Raum sehen?

Museum Ludwig in Köln
Nationalgalerie in Berlin
Museum der modernen Kunst in Wien

Trivia

Vier Colville-Bilder spielen in Stanley Kubricks The Shining eine Rolle. Kein Zufall.

Aegis Buchhandlung: Wo einem Bücher in die Tüte kommen

Was macht eine Nähmaschine in einem Buchladen? Ganz einfach: Sie steht für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Rasmus Schöll, Inhaber der Aegis Buchhandlung Ulm, wollte seinen Kundinnen und Kunden eine Alternative zum folierten Geschenkpapier bieten, das umweltschädlich ist und meist nach einmaligem Gebrauch im Müll landet.

Rasmus Schöll an der Nähmaschine.

Beim schwäbischen Hersteller „Tütle“ in Dettenhausen wurde er fündig: Dort werden Tüten aus 100 Prozent Altpapier angeboten, die zudem vollständig kompostierbar sind und auch wiederverwendet werden können, beispielsweise als Kompostbeutel. Zudem fließt ein Teil des Erlöses in die Aufforstung naturnaher Wälder.

Hübsch illustriert gibt es die Tüten nun bei Aegis Ulm und der Schwesterbuchhandlung in Söflingen in mehreren Größen: Passend für Taschenbücher, Hardcover und größere Formate. Will ein Kunde ein Buch als Geschenk „eingetütet“ haben, kommt schlussendlich die Nähmaschine in Einsatz – kurzerhand wird die Tüte zugenäht, natürlich mit umweltfreundlichen Baumwollfaden.

https://aegis-literatur.buchhandlung.de/shop/

Sigrid Undset: Kristin Lavranstochter

Ende Mai erscheint beim Kröner Verlag mit „Der Kranz“ der erste Band der Trilogie „Kristin Lavranstochter“, für die Sigrid Undset mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, in einer neuen Übersetzung.

Kristin Lavranstochter ist ein eigenwilliges junges Mädchen im Norwe­gen des 14. Jahrhunderts, der strahlende Liebling ihres Vaters, diesem versprochen an den Sohn eines benachbarten Bauern. Ein Leben wie im Buche, bis sich der Tod ins Leben der jungen Frau schleicht und ein brutaler Mord ihr ihre Jugendliebe entreißt. Sie flüchtet ins Kloster – und verliebt sich Hals über Kopf in Erlend von Husaby, dem ein übler Ruf vorauseilt. Gegen alle Widerstände und ob­wohl sie damit ihren geliebten Vater fast um­bringt, entscheidet sie sich dafür, diese Liebe zu leben.

Sigrid Undsets ganz große Stärke ist die Cha­rakterzeichnung, und so lacht, leidet und liebt man dieser starken Frau, die es mit der norwegischen Männergesellschaft des 14. Jahrhunderts auf­nimmt. Dass Undset für die Trilogie mit dem Literaturnobelpreis ausge­zeichnet wurde, ist nur konsequent.

Gabriele Haefs hat „Kristin Lavranstochter“voll­ständig neu übersetzt, erstmals, wie es scheint, di­rekt aus dem Norwegischen, so dass nun endlich auch deutsche Leser in den vollen Genuss von Undsets außergewöhnlicher sprachlicher Aus­druckskraft kommen. Band II: Die Frau, erscheint in diesem Herbst, Band III: Das Kreuz folgt im Frühjahr 2022.

Sigrid Undset (1882–1949) gilt als eine der größ­ten und einflussreichsten Schriftstellerinnen Nor­wegens. Ihre zeitgenössischen Romane Frau Marta Oulie und Jenny wurden wegen ihrer allzu selbstän­digen jungen Heldinnen zum Skandal. Als enga­gierte Antifaschistin stand Undset ganz oben auf der Roten Liste der Nazis und nach der Besetzung Norwegens konnte sie sich nur durch eine lebens­gefährliche Flucht auf Skiern durch das Gebirge retten. Sigrid Undset erhielt 1928 den Literaturnobelpreis.

Für das Cover wurde das Gemälde „Picking daisies at Westerham, Kent“ von Helen Allingham ausgewählt – geradezu passend für die Indiebookchallenge, die im Monat Mai nach Büchern mit einem Gemälde auf dem Titel fragt.

Informationen zum Buch:

Kristin Lavranstochter. Der Kranz
Roman. Band I
Kröner Verlag, 2021, 384 Seiten. Halbleinen mit Lesebändchen
ISBN: 978 3 520 62101 6
https://www.kroener-verlag.de/details/product/kristin-lavranstochter-der-kranz/

Daniela Engist: Lichte Horizonte

„In ihrem Erzählen um die vielen Facetten des Verliebens befragt die Autorin die Welt, in der wir leben. Es geht ihr um Erkenntnis, Deutung und Sinn“, sagt Anton Knittel, Leiter des wunderschönen Literaturhauses in Heilbronn (hier zu sehen: https://literaturhaus.heilbronn.de/startseite.html)

Und der Lyriker Timo Brandt befindet: „Ein Buch, das zur Einkehr anstiftet und zugleich hungrig macht auf das Lebendige, Erfüllende, Haltlose. Kurzum: ein richtig gutes Buch, zumindest für jene, die nicht nur unterhalten, sondern auch erschüttert und inspiriert werden wollen. Die es mögen, wenn ein Buch Wellen schlägt in einem. Und unter die Haut geht.“
Zur Rezension: https://lyrikpoemversgedicht.wordpress.com/2021/04/01/eine-intensive-kluge-tolle-lekture/

Was Daniela Engist selbst zu ihrem Roman zu sagen hat, das findet sich seit heute bei „Leseschatz-TV“, dem Youtube-Kanal von Buchhändler Hauke Harder:

„Lichte Horizonte“ ist der zweite Roman von Daniela Engist, er erschien in der Edition Klöpfer im Kröner Verlag.

Joachim Zelter: Die Verabschiebung

Vielfach besprochen wurde inzwischen schon der neue Roman von Joachim Zelter, „Die Verabschiebung“, erschienen in der ersten Edition Klöpfer im Kröner Verlag. Erzählt wird die Geschichte von Julia und Faizan – ein deutsch-pakistanisches Paar, das heiratet, obwohl sie von dem Konstrukt Ehe wenig hält. Doch die Hoffnung ist, dass Faizan so in Deutschland bleiben kann – eine trügerische Hoffnung und ein Roman, der von der kalten, unbarmherzigen Maschinerie der Behörden erzählt.

Wolfgang Tischer von literaturcafe.de interviewte Joachim Zelter für seinen Podcast und zieht sein persönliches Fazit: »Die Verabschiebung« ist ohne Frage seit langem Zelters bester und bewegendster Roman.

Zum Nachhören: https://www.literaturcafe.de/podcast-joachim-zelter-ueber-die-verabschiebung-wir-alle-suchen-einen-platz/

Und auch Hauke Harder von der Buchhandlung Almut Schmidt empfiehlt das Buch als wichtige Lektüre in seinem Kanal „Leseschatz TV“:


Es lohnt sich sowieso, den Empfehlungen auf Haukes Videokanal zu folgen – immer kurz und prägnat im Urteil und Inhalt sowie Qualität der Bücher auf den Punkt gebracht. Neu ist dabei zudem die Rubrik „Zu Gast“ – und ich freue mich auf den baldigen Gastauftritt von Daniela Engist mit „Lichte Horizonte“, ebenfalls Kröner Verlag.

Auf dem Blog Kulturbowle heißt es zu diesem Buch:
„Daniela Engist hat einen intensiven, gefühlvollen, emotionalen und klugen Roman geschrieben, der eine schöne Art von Nostalgie weckt: nicht die angestaubte Variante, sondern eine auf Hochglanz polierte Nostalgie, die Lust macht, in eigenen Erinnerungen zu graben, das eine oder andere Erinnerungsstück hervorzuholen und sich selbst zurück zu erinnern, wie das früher war.“ Zum Nachlesen: https://kulturbowle.com/2021/03/31/von-der-ersten-grosen-und-anderen-liebe/

Bücher fürs Denken ohne Geländer: Online-Präsentation der KrönerEditionKlöpfer

»Mehr Literatur: Bücher fürs Denken ohne Geländer« – unter diesem Motto laden das
Schriftstellerhaus Stuttgart, das Evangelische Bildungszentrum Hospitalhof und der Kröner
Verlag zur Online – Vorstellung der Edition Hubert Klöpfer im Kröner Verlag ein.
Die Veranstaltung findet statt am 15. April 2021 ab 19.30 Uhr.

Im Hospitalhof Stuttgart ( Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart ) stellen die Verleger Alfred Klemm und Hubert Klöpfer die neue Edition vor.

Der Stuttgarter Verlag Alfred Kröner positioniert sich ab dem Frühjahr 2021 neu und wird
zukünftig auch aktuelle deutschsprachige Literatur verlegen. Kröner-Verleger Alfred Klemm hat
sich dazu mit dem renommierten Büchermacher Hubert Klöpfer zusammengetan und die
»Edition Hubert Klöpfer bei Kröner« gegründet. Im Frühjahrsprogramm sind vor wenigen Tagen die ersten sechs Titel erschienen. Bei der Veranstaltung ist die Autorin Daniela Engist mit ihrem Roman »Lichte Horizonte« vertreten, Joachim Zelter mit »Die Verabschiebung« und zugeschaltet aus den USA ist Peter Blickle mit »Andershimmel«.
Moderation: Astrid Braun (Schriftstellerhaus) und Monika Renninger (Hospitalhof)

Die Veranstaltung, eine Kooperation vom Stuttgarter Schriftstellerhaus e.V., dem Verlag Alfred Kröner und dem Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart, findet online statt. Ein Kostenbeitrag ist nicht notwendig, eine Reservierung ist unter diesem Link möglich:

https://www.hospitalhof.de/programm/150421-mehr-literatur-buecher-fuers-denken-ohne-gelaender/

Wenige Tage später, am Dienstag, 20. April, wird Walle Sayer seinen Band „Nichts, nur“ bei den Dornstetter Buchwochen vorstellen. Mehr Informationen dazu gibt es hier: https://www.dornstetten.de/gaeste/veranstaltungen/online-lesung-mit-walle-sayer-annette-rieger-nichts-nur-id_1463/

Dieses wunderbare Lesebuch, das Gedichte, Prosagedichte und Erzählminiaturen von Walle Sayer aus 35 Jahren enthält, wurde bereits ausführlich bei Signaturen besprochen: https://signaturen-magazin.de/walle-sayer–nichts,-nur.html

.Und wer einen Eindruck von Joachim Zelters „Die Verabschiebung“ gewinnen möchte, dem sei am 10. April die WDR-Sendung „Gutenbergs Welt“ empfohlen, die sich um „Recht oder Gesetz“ dreht: https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-gutenbergs-welt/recht-oder-gesetz-100.html