Máirtín Ó Cadhain: Die Asche des Tages, Kröner Verlag

Jeder kennt diese Situation: Man schiebt etwas so lange vor sich her, bis es fast unmöglich erscheint, es noch in Angriff zu nehmen. Wenn es sich aber um die Beerdigung der eigenen Frau handelt, wird die Sache doch irgendwann brenzlig. So geht es N., der gerade seine Frau verloren hat und sich nun um die Beerdigung kümmern müsste, aber statt dessen irrt er verloren durch Dublin, während die Menschen um ihn herum ihren Verrichtungen nachgehen, als wäre nichts geschehen. Und indem die Zeit verstreicht, wird es immer unmöglicher, nach Hause zurückzukehren, wo zu allem Überfluss noch die bösen Schwestern seiner Frau lauern. Das letzte Meisterwerk des irischen Kultautors: komisch, skurril, sprachmächtig, tieftraurig und ohne jede Pathetik. Deutsch von Gabriele Haefs.

Ó Cadhains Hauptwerk Grabgeflüster, »ein fulminant eigensinniger« Roman und ein »Meisterstück der literarischen Moderne« (FAZ), ist neben der Bibel das einzige Buch, das wirklich in jedem irischen Haushalt zu finden ist.

Máirtín Ó Cadhain gilt als wichtigster irischer Autor des 20. Jahrhunderts und Erneuerer der irischsprachigen Literatur. 1906 westlich von Galway geboren, hat er bis zu seinem 6. Lebensjahr kein Wort Englisch gehört. Ó Cadhain war zunächst Lehrer, engagierte sich dann in der IRA, war 1940–44 interniert und kehrte schließlich der IRA den Rücken. In Dublin arbeitete er als Übersetzer und Professor für Literatur. Im Trinity College in Dublin ist ein Lesesaal nach ihm benannt.

Gabriele Haefs ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen Deutschlands (u.a. von Jostein Gaarder, Håkan Nesser, Anne Holt). Sie wurde u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet, 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, 2011 mit dem Königlich-Norwegischen Verdienstorden.

Verlagsinformationen zum Buch: Die Asche des Tages

Besprechungen:

„Ein seltsam düsterer, mit hintergründigem Witz gewürzter Roman.“ – Annemarie Stoltenberg in NDR KULTUR.

„Máirtín Ó Cadhain entfaltet eine kafkaeske Gedankenwelt in einer tragikomischen Umgebung.“ Dieter Wunderlich

„In einem kafkaesken Gedankenstrom fließt tiefe Traurigkeit, gepaart mit Skurilität und Humor dahin.“ – Karin Braun bei Born to read.

„Diesen Roman zu lesen ist ein überraschendes Vergnügen.“ – Martin Oehlen beim Bücheratlas

„Cadhain versteht es meisterhaft, die Verzweiflung N.s, seinen zunehmenden Realitätsverlust, die Suche, den Strudel der Gedanken, die Sehnsucht nach Flucht, auch aus der Verantwortung, das Greifen nach jedem Strohhalm darzustellen. Eingebettet in die Besonderheiten Irlands, das nicht nur Kulisse ist. Und zu denen auch die Nähe von Tragik und Komik gehört.“ – Petra Lohrmann beim Hotlistblog

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